»Die Bastion der Tränen« erzählt die Geschichte von Youssef, der in Armut mit sechs Schwestern und zwei Brüdern in Salé, Marokko, aufwächst. Taïa zeichnet das differenzierte Bild einer Gesellschaft, die zwischen Tradition und Moderne zerrissen ist und in die sexuellen und sozialen Unterschiede tragische Folgen haben. Seine kompromisslose Botschaft regt zu einer tiefen Reflexion über die Unterdrückung und Heuchelei an, die den Alltag vieler Marokkaner*innen prägt.
Melancholisch und vielschichtig Abdellah Taïa über eine verlorene Kindheit in Marokko
Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit über einem viertel Jahr-hundert im französischen Exil lebt, auf Wunsch seiner Schwestern nach Marokko zurück, um sein Erbe zu regeln. Diese Rückkehr entwickelt sich für ihn zu einer emotional aufwühlenden Reise. Er wird mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert: die Nähe zu seinen Schwestern, die Spannungen und Brüche innerhalb der Familie und vor allem an Najib seinen Jugendfreund und Liebhaber, dessen Leben tragisch endete.
Während Youssef durch die Straßen von Salé wandert, rücken die prägenden Erfahrungen seines Aufwachsens wieder in sein Bewusstsein: Armut, Gewalt und die soziale Ausgrenzung aller, die wie er selbst den gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen.
Der Roman endet an der Bastion der Tränen, der alten Stadtmauer von Salé, einem Ort, an der individueller Schmerz und generationsübergreifendes Leid zusammenkommen. Hier steht Youssef vor einer existenziellen Entscheidung: sich seinem Schmerz zu ergeben, zu vergeben oder den Weg der Rache zu wählen, wie Najib.
Vielfach ausgezeichneter Roman: Shortlist Prix Goncourt 2024, Gewinner des Prix Décembre 2024, Gewinner des Prix Goncourt des Lycéens in Belgien 2024 und des Prix de la Langue française 2024.
Poetischer Roman von großer Tiefe und Schönheit Wichtiges Werk über Identität und Marginalisierung Einzig offen homosexueller Schriftsteller aus Marokko Vielfach ausgezeichneter Roman: nominiert für den Prix Goncourt 2024, Gewinner des Prix Décembre2024, Gewinner des Prix Goncourt des Lycéens in Belgien und des Prix de la Langue française 2024
Autorentext
Astrid Bührle-Gallet, geboren 1978 in Stuttgart, studierte Französisch und Kunsterziehung. 2006 kam sie als Deutschlektorin nach Lyon, und unterrichtete dort an mehreren Hochschulen. Heute arbeitet sie als Literaturübersetzerin und Malerin. 2024 gewann sie mit ihrer Übersetzung von »Möge der Tigris um dich weinen« den Deutschen Jugendliteraturpreis im der Kategorie Neue Talente.
Leseprobe
Meine Schwestern sind so viel größer als die ägyptischen Schauspielerinnen. So viel skandalöser. So viel begabter. Sie wissen alles über alle. Sie fallen auf nichts und niemanden herein. Ich habe Glück. Ich bin ein Junge, aber ich werde später nicht so ein Mann sein wie diese jämmerlichen Männer aus unserer großen Familie und aus dem Viertel Hay Salam, die von meinen Schwestern ständig in aller Ausführlichkeit heruntergemacht und auseinandergenommen werden. Meine Schwestern lachen viel. Selbst wenn es zwischen uns eine Tragödie ist, wegen unserer ewigen Armut, des ständigen Hungerns ... Es endet immer mit lautem Lachen. Lange Momente, in denen wir lachen, weil wir nichts mehr zu hoffen haben. Wir lachen über uns. Über die anderen. Und vor allem über diejenigen, die glauben, sie würden über uns bestimmen. Das kleine schwule Kind, das ich bin, wird nicht verstanden und nicht beschützt, das stimmt schon. Aber trotzdem, was für ein Glück doch diese Schwestern sind, die keine braven Mädchen sein wollen, wie es sich gehört, und die alles kritisieren, was vor ihren Augen geschieht. Sie schweigen nicht vor mir. Sie sagen mir nicht, dass ich ein Junge bin, der nicht mit den Frauen zusammen sein sollte. Sie sind keine Frauen wie die anderen. Sie sind eine Gang. Sechs Schwestern, die wie Feuer sind. Ein ständiges Feuer. Unbezähmbar.«
Melancholisch und vielschichtig Abdellah Taïa über eine verlorene Kindheit in Marokko
Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit über einem viertel Jahr-hundert im französischen Exil lebt, auf Wunsch seiner Schwestern nach Marokko zurück, um sein Erbe zu regeln. Diese Rückkehr entwickelt sich für ihn zu einer emotional aufwühlenden Reise. Er wird mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert: die Nähe zu seinen Schwestern, die Spannungen und Brüche innerhalb der Familie und vor allem an Najib seinen Jugendfreund und Liebhaber, dessen Leben tragisch endete.
Während Youssef durch die Straßen von Salé wandert, rücken die prägenden Erfahrungen seines Aufwachsens wieder in sein Bewusstsein: Armut, Gewalt und die soziale Ausgrenzung aller, die wie er selbst den gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen.
Der Roman endet an der Bastion der Tränen, der alten Stadtmauer von Salé, einem Ort, an der individueller Schmerz und generationsübergreifendes Leid zusammenkommen. Hier steht Youssef vor einer existenziellen Entscheidung: sich seinem Schmerz zu ergeben, zu vergeben oder den Weg der Rache zu wählen, wie Najib.
Vielfach ausgezeichneter Roman: Shortlist Prix Goncourt 2024, Gewinner des Prix Décembre 2024, Gewinner des Prix Goncourt des Lycéens in Belgien 2024 und des Prix de la Langue française 2024.
Poetischer Roman von großer Tiefe und Schönheit Wichtiges Werk über Identität und Marginalisierung Einzig offen homosexueller Schriftsteller aus Marokko Vielfach ausgezeichneter Roman: nominiert für den Prix Goncourt 2024, Gewinner des Prix Décembre2024, Gewinner des Prix Goncourt des Lycéens in Belgien und des Prix de la Langue française 2024
Autorentext
Astrid Bührle-Gallet, geboren 1978 in Stuttgart, studierte Französisch und Kunsterziehung. 2006 kam sie als Deutschlektorin nach Lyon, und unterrichtete dort an mehreren Hochschulen. Heute arbeitet sie als Literaturübersetzerin und Malerin. 2024 gewann sie mit ihrer Übersetzung von »Möge der Tigris um dich weinen« den Deutschen Jugendliteraturpreis im der Kategorie Neue Talente.
Leseprobe
Meine Schwestern sind so viel größer als die ägyptischen Schauspielerinnen. So viel skandalöser. So viel begabter. Sie wissen alles über alle. Sie fallen auf nichts und niemanden herein. Ich habe Glück. Ich bin ein Junge, aber ich werde später nicht so ein Mann sein wie diese jämmerlichen Männer aus unserer großen Familie und aus dem Viertel Hay Salam, die von meinen Schwestern ständig in aller Ausführlichkeit heruntergemacht und auseinandergenommen werden. Meine Schwestern lachen viel. Selbst wenn es zwischen uns eine Tragödie ist, wegen unserer ewigen Armut, des ständigen Hungerns ... Es endet immer mit lautem Lachen. Lange Momente, in denen wir lachen, weil wir nichts mehr zu hoffen haben. Wir lachen über uns. Über die anderen. Und vor allem über diejenigen, die glauben, sie würden über uns bestimmen. Das kleine schwule Kind, das ich bin, wird nicht verstanden und nicht beschützt, das stimmt schon. Aber trotzdem, was für ein Glück doch diese Schwestern sind, die keine braven Mädchen sein wollen, wie es sich gehört, und die alles kritisieren, was vor ihren Augen geschieht. Sie schweigen nicht vor mir. Sie sagen mir nicht, dass ich ein Junge bin, der nicht mit den Frauen zusammen sein sollte. Sie sind keine Frauen wie die anderen. Sie sind eine Gang. Sechs Schwestern, die wie Feuer sind. Ein ständiges Feuer. Unbezähmbar.«
Titel
Die Bastion der Tränen
Untertitel
Roman
EAN
9783949545863
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Genre
Veröffentlichung
25.02.2026
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Anzahl Seiten
170
Lesemotiv
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