Wissenschaft und moderne Welt (1925) entwirft eine Genealogie der Naturwissenschaften und prüft ihre metaphysischen Voraussetzungen. In dichter, essayistischer Prosa verbindet Whitehead Fallstudien von Scholastik über Galileo, Descartes und Newton bis zur romantischen Gegenbewegung sowie die Umbrüche durch Relativität und Quantentheorie. Zentral ist seine Kritik des mechanistischen Materialismus und der Verwechslung von Abstraktionen mit Wirklichkeit. Dem setzt er eine prozessuale Philosophie des Organismus entgegen, die Wissenschaft, Kultur und Erfahrung in dynamischem Zusammenhang rekonstruiert. Whitehead (1861-1947), britischer Mathematiker und Philosoph, wurde durch die Zusammenarbeit mit Bertrand Russell an den Principia Mathematica geprägt und wandte sich danach der Naturphilosophie zu. Lehrtätigkeiten in London und seit 1924 in Harvard, wo die Lowell Lectures entstanden, verbanden mathematische Strenge mit kulturgeschichtlichem Horizont. Die neuen Physiken, die Zivilisationskrise nach dem Ersten Weltkrieg und seine bildungspolitischen Überlegungen motivierten ihn, eine integrative Sicht zu entwerfen, die Forschung und Metaphysik wechselseitig erhellt. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die den Ort der Wissenschaft in der modernen Kultur kritisch bedenken wollen: Philosophinnen und Philosophen der Wissenschaft, Historiker, Naturwissenschaftler und interessierte Laien. Whiteheads analytische Klarheit und historische Sensibilität fordern, ohne zu überfordern, und eröffnen Wege jenseits reduktionistischer Gewissheiten. Wer verstehen will, wie Erkenntnis, Werte und Praxis sich formen, findet hier anregende Orientierung. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.