Autorentext
Du erhältst konkrete Tipps für deinen Führungsalltag und ein Worksheet um direkt in die Selbstentwicklung zu gehen.
Leseprobe
Warum ein guter Überblick nötig ist
Viele Tausend Apotheker sind Inhaber einer Apotheke. Vielleicht fühlen sie sich in ihrer Führungsposition hauptverantwortlich für den Erfolg der Filiale und die Zufriedenheit der Angestellten. Sie verdienen ihr Geld da- mit, Menschen in gesundheitlichen Themen zu beraten und einen Betrieb weiterzuentwickeln. Sie sind hauptberuflich Pharmazeuten, darin sind sie also echte Profis. Und es gibt viele Profis auf dem deutschen Markt.
Fußballprofis, auch die, die die Mannschaft trainieren, Managementprofis, Vertriebsprofis, Technikprofis, Elektronikprofis. Doch von Apotheken- führungsprofis ist nie die Rede. Das ist verwunderlich, hängt doch der Erfolg und die Motivation eines ganzen Teams oft davon ab, wie stark die Fähigkeit ausgeprägt ist, eine Organisation zu führen. Die Kultur, die von Inhabern und Inhaberinnen im Unternehmen Apotheke geprägt und in Ge- sprächen und Prozessen etabliert wird, entscheidet darüber, wie sie von Menschen im Betrieb und am Markt wahrgenommen werden.
Es ist weder Zufall noch Glück auch nicht von deiner Tagesform oder dem jeweiligen Verhältnis zu deinen Mitarbeitern abhängig. Es liegt an deinen Fähigkeiten und in deiner Hand, ob:
du ausreichend Personal hast, das motiviert arbeitet und ein eige- nes Interesse daran hat, die Apotheke weiterzuentwickeln,
dieses Personal in der Lage ist, eigenständige Entscheidungen zu treffen,
deine Filialleiterinnen Filialen eigenständig unter betriebswirt- schaftlichen, ethischen und revisionssicheren Aspekten führen,
du genug Zeit hast, deine privaten und beruflichen Interessen zu vereinbaren,
du dich im Treffen von Entscheidungen sicher fühlst und dir deine Eigenmotivation auf einem hohen Level halten kannst,
du die Digitalisierung als Sprungbrett nutzen kannst und sich alle Mitarbeiter mit auf den Weg begeben,
du nicht nur Stammkunden hältst, sondern neue Kunden dazuge- winnst,
deine Kennzahlen sich verbessern.
Verläuft deine Selbstentwicklung und der Entwicklungsgrad deiner Apo- theke fortschreitend, ist der Grund dafür eine positive und reflektive innere Einstellung und eine durch und durch professionelle Kommunikati- on. Eins vorweg: Es geht nicht darum, aalglatte, auswendig gelernte Sätze vorzutragen. Ganz im Gegenteil, es geht um eine gekonnte Mischung aus Natürlichkeit und absoluter Professionalität und das Zügeln von Impulsen, wie zum Beispiel einer übermäßigen Kontrollsucht oder des erhobenen Zeigefingers in der Kommunikation mit Mitarbeitern. Gleichzeitig geht es auch darum, immer dann, wenn etwas nicht optimal läuft, davon wegzu- kommen, den Fehler beim Gegenüber zu suchen, hin zum Hinterfragen der eigenen Denk- und Handlungsmuster zu gelangen und letztendlich neue Alternativen im tatsächlichen Tun zu entwickeln.
Habe Mut
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Pitch, als Trainerin.
Mein Kollege Volker, empfahl mich an einen potenziellen Kunden, den er selbst aus Zeitgründen nicht bedienen konnte. Es war ein "Riesen" Kun- de, zumindest aus damaliger Sicht. Doch ich kannte die Branche nicht. Ich sollte zu einem Pitch fahren und neben mir buhlten noch andere. Das Thema kannte ich grob: Büroangestellte, sollten anfangen, am Telefon zu verkaufen.
Ich hatte nichts. Keine Marketingmaterialen, keine Präsentation, keinen Anzug.
Doch ich war furchtlos. Ich fuhr also zum damaligen Marktführer für Tee- kannen. Noch am Tag zuvor, hatte ich akribisch eine Checkliste vorberei- tet, die ich mit dem potenziellen Auftraggeber durchgehen wollte.
Nervös betrat ich den Konferenzraum. Vor mir, der Geschäftsführer, Vertriebsleiter und die Office Managerin der Firma. Ich war beeindruckt, doch sprachlos war ich nicht.