"Ein wunderbares Buch, das schreckliche Vergangenheit mit Gegenwart verknüpft. Ein wunderbares Buch auch vom Altwerden, vom Altsein. Martha ist am Ende glücklich. Und sie hätte so viel Grund zu klagen. Sie ist von Schmerzen geplagt, kann kaum gehen, ihre Kraft ist begrenzt und sie hat noch so viel vor. Sie ist glücklich einen Freund in Polen zu haben, der ihr Handeln versteht. Eine Geschichte ohne Sentimentalität, denn Martha ist hellhörig und selbstkritisch. Sie hinterfragt ihr Tun ständig, legt sich selbst Rechenschaft über ihre wirklichen Intentionen ab. Sie durchschaut sich und mag es oft nicht wahrhaben.Eine dichte Atmosphäre umfängt den Leser, Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich, Einsamkeit und Hoffnung ergreifen ihn. Man liest eigentlich nicht, man wird hineingezogen und lebt mit."[Quelle: Dorothee Pfennig, E&W Niedersachsen] "Anne Dorn hat Siehdichum nicht nur stellvertretend für ihren kleinen Bruder geschrieben. Ihr gelingt es auch für all die Menschen zu schreiben, die durch Krieg, Flucht und Vertreibung ihre innere Heimat und ihre Sicherheit verloren haben. Sie reflektiert bewegend und in einfacher, klarer Sprache über Verlust, über Schuld, Schmerz und Trauer, und es ist trotzdem ein versöhnliches Buch geworden."[Quelle: WDR5]"So spielen die Themen Schuld und Verdrängung ebenso wie Wiedergutmachung eine zentrale Rolle in diesem eindringlichen Roman. Und so überschneiden sich historische Fakten und persönliche Erinnerungen, Vergangenheit verbindet sich mit Gegenwart und mit Zukunft. Die Reise nach dem verlorenen Bruder wird zu einer Reise zu sich selbst. Auch wenn am Ende alles in der Schwebe bleibt - der Weg, auf dem Martha Lenders sich etwa mit einem polnischen Filmemacher und einer Germanistikstudentin anfreundet, war das Ziel. Diese Reise geht der Leser gerne mit - Anne Dorn hat eine wundervolle poetische Sprache gefunden. Die Beschreibung der polnischen Landschaft, die Eigenwilligkeit der Menschen, denen Martha begegnet, gehören zum Schönsten in diesem Roman. Gleichzeitig ist dieses sinnlich und nachdenklich erzählte Buch der gelungene Versuch einer deutsch-polnischen Verständigung."[Quelle: Günter Nawe, KÖLNISCHE RUNDSCHAU]"Wie authentisch diese Prosa immer sein mag - es handelt sich um ein großartiges Stück Literatur. Dargeboten in einem gekonnt gebrochenen Erzählen: In die Geschichte der Suche sind Zeitzeugenberichte aus jenen Kriegstagen eingeschoben, Gedichte polnischer Lyriker
Autorentext
Geboren 1925 in Wachau bei Dresden. Lebt seit 1969 als freie Schriftstellerin in Köln. Aufenthalte in New York, Paris, Amsterdam, Budapest, Rom, Moskau, Warschau und Krakau. Veröffentlichungen: "hüben und drüben", Roman, mit einem Vorwort von Lew Kopelew, Leipzig 1991. "Geschichten aus tausendundzwei Jahren", Roman, Leipzig 1992. "rübergemacht", Schauspiel, 1992. "Damals als die Sonne schien", Novelle, 1996.
Zahlreiche Erzählungen und Gedichte in literarischen Zeitschriften und Anthologien seit 1967. Hörspiele, Hörfunkfeatures, seit 1965. Multimediaprojekte mit Luc Ferrari, Paris und Hingstmartin, Köln 1970-1975. Spielfilme für das Fernsehen in eigener Regie, 1973-1978. "Siehdichum", Roman, 2006 und "Spiegelungen", Roman, 2010 erschienen im Dittrich Verlag.