Studienarbeit aus dem Jahr 2026 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, Note: 1,3, Universität Münster (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: Die späte Philosophie von Karl Marx, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Hausarbeit rekonstruiert einen systematischen Begriff der Naturalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse aus der "Einleitung" (zur Kritik der politischen Ökonomie) von Karl Marx. Ausgehend von einer textnahen Analyse wird herausgearbeitet, was Marx an den politischen Ökonomen seiner Zeit kritisiert, nämlich die Entgeschichtlichung gesellschaftlicher Kategorien, ihre anthropologische Verallgemeinerung und die methodische Abstraktion, die spezifisch bürgerliche Verhältnisse als allgemeine Menschheitsbedingungen darstellt. Darauf aufbauend entwickelt die Arbeit eine eigenständige Typologie der Naturalisierung, die unterschiedliche theoretische Mechanismen und ihre ideologischen Effekte systematisiert. Abschließend wird dieser marxsche Ansatz mit der Gesellschaftstheorie von Émile Durkheim kontrastiert. Der Vergleich klärt, ob Durkheims Begriff sozialer Tatsachen selbst naturalisierende Momente enthält oder eine alternative Form der Objektivierung sozialer Realität anbietet. Die Arbeit richtet sich an Leser*innen aus Soziologie, Sozialphilosophie und politischer Theorie, die an Ideologiekritik und Methodologie der politischen Ökonomie interessiert sind.