Based on current religious constitutional law, Arnulf von Scheliha and Hinnerk Wißmann discuss the necessity and options for a future-proof further development of religious education in schools, which will do justice to the growing religious plurality as well as the religious development of the pupils. The authors present ideas which could be considered in the religious policy negotiation processes between the state and religious communities.

Arnulf von Scheliha und Hinnerk Wißmann diskutieren die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des schulischen Religionsunterrichts nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes. Sie sichten die vielen guten Gründe, Religion an den Schulen in der Binnenperspektive der Religionsgemeinschaften zu unterrichten. Die wachsende religiöse Pluralität und der demographische Wandel legen allerdings eine Überprüfung der bisher gewohnten Organisation dringlich nahe - gerade wenn man an den besonderen Zielen des Religionsunterrichts festhalten will. Die in diesem Essay vorgelegte Bestandsaufnahme in religionsrechtlicher und theologischer Perspektive zeigt, dass eine zukunftsfeste Veränderung des Religionsunterrichts möglich ist. Schon bisher hat sich der rechtliche Rahmen als hinreichend flexibel erwiesen, um die notwendigen religionspolitischen Aushandlungsprozesse zwischen Staat und Religionsgemeinschaften abzubilden. Für die gebotene Weiterentwicklung des Religionsunterrichts stehen geeignete Pfade bereit.

Autorentext
ist Geschäftsführender Direktor des Freiherr-vom-Stein-Instituts und Inhaber des Lehrstuhls für Ãffentliches Recht, Verwaltungswissenschaften, Kultur- und Religionsverfassungsrecht an der Universität Münster.

Inhalt
I. Einleitung: Der schulische Religionsunterricht auf der Schnittstelle von Religion und Politik. Trends und Gegentrends in der Religionspolitik der Gegenwart
1. Religionsunterricht - ein spezieller Normalfall der Religionspolitik
2. Seitenpfade
3. Motivlagen
4. These und Perspektive: Vielfalt - Freiheit - Bindung

II. Bestandsaufnahme: Zur Situation des Religionsunterrichts in Deutschland
1. Ausgangsbedingungen: Religionsunterricht als besonders gesichertes Schulfach
2. Die tatsächliche Lage des Religionsunterrichts - Parameter und Modellbildung

III. Begründungslinien in Sachen Religionsunterricht
1. Die religionsverfassungsrechtliche Begründung. Religionsunterricht als statisches Modell?
2. Die kulturstaatliche Begründung. Protestantischer Paternalismus?
3. Die dialektische Spannung von allgemeiner Schulpflicht und Religionsfreiheit. Religion als Identitätsstifter?
4. Die religionstheoretische Begründung. Religion als anthropologische Konstante?
5. Die Bildung- und sozialisationstheoretische Begründung. Religion als Teil der Bildung?
6. Die Begründungen der Kirchen? Keine Verkündigung?
7. Gegenkonzepte
8. Zwischenergebnis

IV. Religionspolitische Perspektiven zur Weiterentwicklung des Religionsunterrichts
1. Religionsunterricht als Gegenstand von Religionspolitik - Zu Akteuren und Instrumenten
2. Modellierung: Differenzierung oder Integration
3. Insbesondere: Vor- und neben dem Religionsunterricht - Studium und Fortbildung
4. Schlussüberlegung: Die religionspolitische Weiterentwicklung des Religionsunterrichts als Vorgabe und Aufgabe
Titel
Religionsunterricht 4.0
Untertitel
Eine religionspolitische Erörterung in rechtswissenschaftlicher und ethischer Perspektive
EAN
9783161636622
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Veröffentlichung
01.08.2024
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Dateigrösse
2.46 MB
Anzahl Seiten
192
Lesemotiv