Dr. Bene Benedikt, 1956 in Füssen im Allgäu geboren, besuchte die Journalistenschule in München und studierte Kommunikationswissenschaft, Geschichte, Kunstgeschichte und italienische Philologie. Vor seinem Einstieg in den Journalismus war er als Studienreiseleiter in Italien, Ungarn und der CSSR unterwegs; er hat mehrere Reiseführer veröffentlicht. 1984 trat er in die Redaktion des Reisemagazins 'Traveller's World' und des Mitgliedermagazins des Deutschen Skiverbands 'ski' ein. 1990 - 1996 war er stellvertretender Chefredakteur des Reisemagazins 'GLOBO'. Seitdem arbeitet er als Chefredakteur von 'ALPIN - Das Berg-Magazin' und verbindet die Leidenschaft zur Natur und zu den Bergen mit dem Beruf. Er ist Jurymitglied u.a. beim Südtirol Medienpreis und beim ispo Outdoor Award. Er ist verheiratet, Vater dreier erwachsener Kinder und lebt in Gauting bei München
Vorwort
Gipfel, Wege, Sensationen
Autorentext
Dr. Bene Benedikt, 1956 in Füssen im Allgäu geboren, besuchte die Journalistenschule in München und studierte Kommunikationswissenschaft, Geschichte, Kunstgeschichte und italienische Philologie. Vor seinem Einstieg in den Journalismus war er als Studienreiseleiter in Italien, Ungarn und der CSSR unterwegs; er hat mehrere Reiseführer veröffentlicht. 1984 trat er in die Redaktion des Reisemagazins "Traveller's World" und des Mitgliedermagazins des Deutschen Skiverbands "ski" ein. 1990 - 1996 war er stellvertretender Chefredakteur des Reisemagazins "GLOBO". Seitdem arbeitet er als Chefredakteur von "ALPIN - Das Berg-Magazin" und verbindet die Leidenschaft zur Natur und zu den Bergen mit dem Beruf. Er ist Jurymitglied u.a. beim Südtirol Medienpreis und beim ispo Outdoor Award. Er ist verheiratet, Vater dreier erwachsener Kinder und lebt in Gauting bei München
Zusammenfassung
Erlebnis-Kraftwerke und Skandal-Berge, Superlative und Geheimtipps Bene Benedikt durchmisst die Alpen, vom Allgäu in die Dolomiten, vom Salzkammergut zum Montblanc. Immer wieder kommt er, der seit vier Jahrzehnten auch beruflich rund um die Welt auf Reisen ist, hierhin zurück. Er nimmt den Leser mit auf blühende Almen, schroffe Grate und Himmelsleitern, testet Gletschermusik und Firnabfahrten, kehrt in romantischen Stuben und High-Tech-Hütten ein. Er geht Klischees wie dem Alpenglühen nach, begegnet dem Steinbock, analysiert den Absturz am Berg und an der Schneebar. Er kennt die Stars der Szene und die Heilkraft von Obstler und Murmeltierfett, die Poesie der Gipfelbücher und die letzten Paradiese, die sich über 1200 Kilometer durchs Herz Europas ziehen.
Leseprobe
Die Alpen, wie sie jeder kennt
Schütteln wir die Schneekugel: Aus dem Flockenwirbel tauchen sie auf, die alpinen Klischees. Matterhorn und Murmeltier, Enzian, Alpenglühen und Gams (oder ist das ein Steinbock?), Seil und Haken, Geweihe. Das Geweih ist übrigens im Zuge der um sich greifenden Heimatisierung und Alpinisierung auch im Flachland wieder gesellschaftsfähig geworden, mal ganz ernsthaft, mal als gewolltes Kitsch-Zitat, in Rosa, Silber oder Gold verfremdet.
Da ist es tröstlich, dass manches alpine Stereotyp keinen Moden unterworfen ist. So hat das Matterhorn, 4478 Meter hoch, dauerhaft Bestand als Urbild des Berges schlechthin, egal ob in echt oder in Schokopapier. Seine Nordwand konnten die Münchner Toni und Franz Schmid 1931 erstmals durchsteigen, sie erhielten dafür die olympische Goldmedaille Prix olympique d alpinisme.
Ähnlich verlässlich wie das Matterhorn taucht das Alpenglühen als Sehnsuchtsmotiv auf in Wirklichkeit ist es jedoch ein ausgesprochen launisches Phänomen. Es zeigt sich je nach Wetter, Sonnenstand, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Blickwinkel. Streulicht spielt eine Rolle oder die Gegendämmerung, aber feste Regeln, wann und wie alles zusammenpasst, gibt es nicht. Es bleibt immer eine Überraschung: Mal zeigen sich die Gipfel und Wände in kräftigem Orange oder Rot, mal verblassen sie einfach.
Bozen ist ein guter Ort, um vor dem Abendessen entspannt auf den Rosengarten hinaufzublicken, einen Veneziano zu trinken und zu schauen, was die Sonne mit diesem Wald aus Felspfeilern, den Bündeln von Türmchen und den schroffen Wänden macht. Enrosadira heißt das Phänomen auf Ladinisch, der alten Sprache der Dolomiten. Die Sage liefert eine poetische Erklärung dafür. Demnach lag dort oben einst der Rosengarten des Zwergenkönigs Laurin. In Liebe entflammt, entführte Laurin das Menschenkind Simhild. Eine Tarnkappe schützte den Zwerg, und ein Wundergürtel verlieh ihm die Kraft von zwölf Männern, doch der Ritter Dietrich von Bern und seine Freunde überwältigten ihn mit einer List. Da verfluchte der gefesselte Zwerg seinen Rosengarten, der fortan weder bei Tag noch bei Nacht für das Menschengeschlecht sichtbar sein sollte. Aber Laurin tat den Fluch wohl ohne ausgefuchsten juristischen Beistand: Die Natur war spitzfindig, und so können die Menschen den Rosengarten doch noch sehen: in der Zeit »zwischen Tag und Nacht«, wenn hoch über Bozen die Felsen im Abendlicht wie Rosen erglühen.
Und Simhild? Die wurde dem tapfersten Ritter angetraut und ging in der Männer-Saga fast ein bisschen unter. Heute erinnert nicht mehr viel an sie: ein Ferienappartement in Bozen, ein Café mit veganen Brunch-Events in Leipzig und vielleicht die Bozner Rockband »Mad Puppet«. Von ihr stammt das Album »King Laurin and His Rose Garden«, auf dem sie zusammen mit einer Blasmusikkapelle zu hören ist.
Auf der Ostseite heißt der Rosengarten schlicht und einfach Catinaccio, angelehnt an das Wort catenaccio: Riegel. Die Morgensonne bestrahlt also nicht Südtirol, sondern das Trentino, verläuft doch die Grenze auf dem Kamm von Nord nach Süd. Manchmal überwindet der Gesang die Grenzen so wie es die Bergsteigerchöre aus den Dolomiten tun. Mit »La Montanara« oder den »Bergvagabunden«, jenem Lied, in dem das sprichwörtliche Klischee von Seil und Haken vorkommt:
Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen,
steigen dem Gipfelkranz zu,
in unsren Herzen brennt eine Sehnsucht,
die läßt uns nimmer mehr in Ruh.
Herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir.
Mit Seil und Haken, den Tod im Nacken,
hängen wir
Inhalt
Der Einstieg Die Alpen, wie sie jeder kennt Berufene : Führer und Getriebene Hütten : » Kein Sex im Pool vor 21 Uhr ! « Trautes Heim, Ster komm rein Sonderfahrten : Vom Wesen der Personalgondel Wasser : Auf Leben und Tod Wege : Gebete & Verhauer Straßen : 33 Pässe in drei Tagen ? Bergheimat : Föhn und andere Höhenluft Alpentaler : Marmor, Stein und Eisen Events : Dirndl & Balkone Wildnis : Nicht mehr so weit verbreitet Menschenwerk : Land-Art und Erlebniswelten Feinkost : Früchtchen und Bläschen Gastlichkeit : Mit Kerzen und Kanonen Skifahren : Der weiße Rausch Feuilleton : Vom Geist der Berge Helden : Mut & Marketin Absturz für Einsteiger : Handy & Heli Absturz für Fortgeschrittene : Kreuz & Buch Der Abstieg