Ein Klopfen, Pfeifen oder Rauschen im Ohr, laut oder leise, akut oder chronisch: So stellt sich Tinnitus aurium (lat. das Klingeln der Ohren) oftmals dar. Zwar sind die Ohrgeräusche meist nur ein Symptom anderer Erkrankungen, doch können sie auf Dauer durchaus die Lebensqualität beeinträchtigen und Gesundheitsstörungen verursachen. Viele Betroffene versuchen, sich mit ihrer inneren Hintergrundmusik zu arrangieren; andere hingegen geraten an den Rand der Verzweiflung und leiden unter Angstzuständen, Depressionen oder Schlafstörungen. Ist Tinnitus überhaupt heilbar? Was liegt der Erkrankung zugrunde? Wie kann man ihr begegnen? Dr. med. Eberhard J. Wormer bietet mit seinem kompetenten Buch einen umfassenden Überblick über Tinnitus, vermittelt Hintergrundwissen und gibt hilfreiche Ratschläge, wie den Ohrgeräuschen beizukommen ist. Lassen Sie sich nicht unterkriegen! Es gibt viele Möglichkeiten, das belastende Ohrensausen in die Schranken zu weisen. Die wichtigsten Informationen über das Ohr und das Hören Mögliche Ursachen von Ohrgeräuschen Grundlagen der Tinnitus-Diagnostik Therapeutische Angebote und Tipps zur Selbsthilfe
- Erfahrener, hochkompetenter Autor - Starke Zunahme stressbedingter Krankheiten/Beschwerden - Praktische Hilfe zur Selbsthilfe
Autorentext
Dr. med. Eberhard J. Wormer studierte Germanistik, Geschichte, Sozialwissenschaften und Medizin. Nach der Approbation und Promotion arbeitete er als Arzt und in medizinischen Verlagen. Dr. Wormer lebt in München und ist heute als Journalist, Buchautor und Herausgeber tätig. Bevorzugte Arbeitsgebiete sind Ratgeber und Handbücher, Lexika sowie fachbezogene Publikationen zu den Themen Medizin, Gesundheit, Naturwissenschaft, Medizingeschichte und Biografien. Er veröffentlichte bereits zahlreiche Gesundheitsratgeber für ein Millionenpublikum; inhaltliche Schwerpunkte legt er dabei unter anderem auf Herz-Kreislauf, Psyche, Ernährung, Naturheilkunde, gesunde Bewegung und Schmerz.
Leseprobe
(Auszug) TINNITUS-SPURENSUCHE Tinnitus, das Klingeln der Ohren, ist immer ein Symptom. Die Herkunft der ominösen Ohrgeräusche, die nur der Betroffene selbst wahrnimmt, ist nicht leicht zu ermitteln und kann vielfältig sein. Sicher ist, dass viele Betroffene schwer unter den Ohrgeräuschen leiden, und dass die Zahl der Betroffenen zunimmt. Tinnitus kann unabhängig von der Ursache spontan auftreten, spontan verschwinden oder sich mit hohem Leidensdruck festsetzen und schwere psychische Probleme verursachen. In solchen Fällen haben sich ganzheitliche Therapiekonzepte als sehr erfolgreich erwiesen. Es gibt subjektive und objektive Ohrgeräusche. Es gibt Tinnitus mit und ohne Hörminderung. Es gibt akute und chronische Ohrgeräusche. Die Spurensuche nach Ursachen ist oft Detektivarbeit! Und es gibt mehrere Tatorte, das Außen-, Mittel- und Innenohr sowie die zentrale Hörbahn. Zahlreiche Täter kommen infrage. Was ist Tinnitus? Tinnitus ist ein Symptom der veränderten oder gestörten Hörwahrnehmung. Abnorme Ohrgeräusche werden in der Regel subjektiv nur von Betroffenen wahrgenommen. Ein Bezug zu einer äußeren Schallquelle fehlt. Unterschiedliche Geräusche werden gehört: Brummen, Pfeifen, Zischen, Rauschen, Knacken, Klopfen u. a. als Dauerton oder rhythmisch pulsierend. Man unterscheidet subjektive und objektive Ohrgeräusche, Tinnitus mit und ohne Hörverlust, akuten und chronischen Tinnitus, mit und ohne Leidensdruck. Das Symptom Tinnitus hat dann Krankheitswert, wenn Betroffene chronisch darunter leiden und psychosoziale Störungen hinzukommen (Angst, Depression, Schlafstörungen, Berufsunfähigkeit). In dieser Hinsicht sind chronische Ohrgeräusche mit chronischen Schmerzen vergleichbar: Das subjektiv empfundene Symptom Schmerz entwickelt sich durch Chronifizierung zur Schmerzkrankheit (Fibromyalgie). Objektive Ohrgeräusche Ohrgeräusche, die vom Betroffenen und von Außenstehenden gehört werden, gibt es tatsächlich. Sie kommen äußerst selten vor, bei nur 0,01 Prozent der Betroffenen! Dann spricht man vom objektivierbaren Tinnitus. Normale Körpergeräusche (Atmung, Herzschlag, Schlucken) bemerkt man nicht, da sie vom Ohr als bekannte/ungefährliche Geräusche eingestuft und ausgefiltert werden. In absolut ruhiger Umgebung oder in Krisenzuständen hört man etwa das eigene Pulsgeräusch. Gelegentlich verursachen auch krankhafte Gefäßveränderungen (Stenosen, Aneurysmen) hörbare Blutflussgeräusche. Klick- oder Schmatzlaute hört man, wenn sich die Ohrtrompete öffnet. Das ist eine normale Hörwahrnehmung. Ganz selten können rhythmische Zuckungen der Mittelohrmuskeln ein Klickgeräusch erzeugen, das der Betroffene und Außenstehende wahrnehmen. Das Klangphänomen kommt meist einseitig vor, hat eine Frequenz von etwa 1.000 Hz und kann durch eine Untersuchung sichtbar gemacht werden. Subjektive Ohrgeräusche So gut wie immer ist der Tinnitus von außen nicht zu hören und somit ein subjektives Klangphänomen. Wie Schmerzempfindungen sind subjektive Ohrgeräusche keinesfalls eine Erfindung oder Einbildung der Betroffenen, sondern eine Wahrnehmung, die Leidensdruck erzeugen kann. Bislang ist es noch nicht gelungen, die Tinnitus-Erregung direkt am Hörnerv elektrophysiologisch zu messen. Es gibt aber Hinweise auf eine erhöhte Spontanaktivität bei Tinnitus-Patienten. Bekannt ist, dass die tatsächlichen Ohrgeräusche niemals mehr als 5 bis 10 dB über der Hörschwelle liegen. Wie dem Schmerz, so haftet auch dem Tinnitus der stigmatisierende Makel der Subjektivität an. Selbsthilfeorganisationen wie die Deutsche Tinnitus-Liga (DTL) haben dazu beigetragen, dass das Tinnitus-Image in der Öffentlichkeit heute positiver wahrgenommen wird. Das macht es so schwierig: Der Höreindruck hat keinen Bezug zum Schall in der Umgebung des Betroffenen. Und es werden ganz unterschiedliche Geräusche wahrgenommen: Brummton oder Pfeifton, Zischen, Rauschen, Knacken oder Klopfen gleichbleibend oder rhythmisch-pulsierend. Der Höreindruck ist in jedem Fall real. Tinnitus und Hörminderung Sehr häufig liegen ein Tinnitus und ein Hörverlust gleichzeitig vor. Selten hat ein Betroffener ein normales Hörvermögen. Das heißt, der Tinnitus entsteht meist dann, wenn das Hörvermögen vermindert ist und zwar im Frequenzbereich des größten Hörverlustes. Bildlich gesprochen wäre der Tinnitus somit das dauerhafte Brandzeichen im Frequenzband des Hörverlustes. Hochtönende Ohrgeräusche sind oft das Symptom der Hochtonschwerhörigkeit. Bei Betroffenen mit komplett normalem Gehör wird der Tinnitus als Hyperaktivität oder Fehlverarbeitung in der zentralen Hörbahn aufgefasst. Akuter und chronischer Tinnitus Hält der Tinnitus maximal drei Monate an, spricht man vom akuten Tinnitus. Dauert er länger als drei Monate, spricht man von chronischem Tinnitus vor allem, wenn er mit Leidensdruck verbunden ist. Ein erstmaliger akuter Tinnitus verschwindet häufig entweder spontan oder nach zeitnah durchgeführter Therapie. Tinnitus-Belastung Der subjektiv empfundene Leidensdruck hat entscheidende Bedeutung für die Frage, ob ein Tinnitus behandelt werden soll oder nicht. Vielen Betroffenen gelingt es, sich mit ihren Ohrgeräuschen zu arrangieren. Dennoch gibt es immer noch sehr viele Menschen mit emotional fest vernetztem Tinnitus, was auf Dauer Leidensdruck erzeugt und die individuelle Autonomie untergräbt: Der Tinnitus übernimmt die Kontrolle über das Leben das Leiden am Tinnitus steht im Vordergrund, unabhängig von der Ursache. Tinnitus mit Leidensdruck macht krank. So viel steht fest. Der Körper reagiert unter anderem mit Blutdruckerhöhung und Ausschüttung von Stresshormon. Ohnmacht und Verzweiflung belasten die Psyche als chronischer Zustand ein Teufelskreis, der das private und berufliche Leben zerstört. (...)
Inhalt
INHALT Vorwort Weltmusik - Stille, Musik, Lärm - Psychoakustik - Aufnahmestudio im Kopf Störgeräusche - Echo der Götter - Geräuschkunde - Seelenklänge - Akustisches Inferno - Nervositäten Ohr und Gehör - Der periphere Hörapparat - Die zentral…
- Erfahrener, hochkompetenter Autor - Starke Zunahme stressbedingter Krankheiten/Beschwerden - Praktische Hilfe zur Selbsthilfe
Autorentext
Dr. med. Eberhard J. Wormer studierte Germanistik, Geschichte, Sozialwissenschaften und Medizin. Nach der Approbation und Promotion arbeitete er als Arzt und in medizinischen Verlagen. Dr. Wormer lebt in München und ist heute als Journalist, Buchautor und Herausgeber tätig. Bevorzugte Arbeitsgebiete sind Ratgeber und Handbücher, Lexika sowie fachbezogene Publikationen zu den Themen Medizin, Gesundheit, Naturwissenschaft, Medizingeschichte und Biografien. Er veröffentlichte bereits zahlreiche Gesundheitsratgeber für ein Millionenpublikum; inhaltliche Schwerpunkte legt er dabei unter anderem auf Herz-Kreislauf, Psyche, Ernährung, Naturheilkunde, gesunde Bewegung und Schmerz.
Leseprobe
(Auszug) TINNITUS-SPURENSUCHE Tinnitus, das Klingeln der Ohren, ist immer ein Symptom. Die Herkunft der ominösen Ohrgeräusche, die nur der Betroffene selbst wahrnimmt, ist nicht leicht zu ermitteln und kann vielfältig sein. Sicher ist, dass viele Betroffene schwer unter den Ohrgeräuschen leiden, und dass die Zahl der Betroffenen zunimmt. Tinnitus kann unabhängig von der Ursache spontan auftreten, spontan verschwinden oder sich mit hohem Leidensdruck festsetzen und schwere psychische Probleme verursachen. In solchen Fällen haben sich ganzheitliche Therapiekonzepte als sehr erfolgreich erwiesen. Es gibt subjektive und objektive Ohrgeräusche. Es gibt Tinnitus mit und ohne Hörminderung. Es gibt akute und chronische Ohrgeräusche. Die Spurensuche nach Ursachen ist oft Detektivarbeit! Und es gibt mehrere Tatorte, das Außen-, Mittel- und Innenohr sowie die zentrale Hörbahn. Zahlreiche Täter kommen infrage. Was ist Tinnitus? Tinnitus ist ein Symptom der veränderten oder gestörten Hörwahrnehmung. Abnorme Ohrgeräusche werden in der Regel subjektiv nur von Betroffenen wahrgenommen. Ein Bezug zu einer äußeren Schallquelle fehlt. Unterschiedliche Geräusche werden gehört: Brummen, Pfeifen, Zischen, Rauschen, Knacken, Klopfen u. a. als Dauerton oder rhythmisch pulsierend. Man unterscheidet subjektive und objektive Ohrgeräusche, Tinnitus mit und ohne Hörverlust, akuten und chronischen Tinnitus, mit und ohne Leidensdruck. Das Symptom Tinnitus hat dann Krankheitswert, wenn Betroffene chronisch darunter leiden und psychosoziale Störungen hinzukommen (Angst, Depression, Schlafstörungen, Berufsunfähigkeit). In dieser Hinsicht sind chronische Ohrgeräusche mit chronischen Schmerzen vergleichbar: Das subjektiv empfundene Symptom Schmerz entwickelt sich durch Chronifizierung zur Schmerzkrankheit (Fibromyalgie). Objektive Ohrgeräusche Ohrgeräusche, die vom Betroffenen und von Außenstehenden gehört werden, gibt es tatsächlich. Sie kommen äußerst selten vor, bei nur 0,01 Prozent der Betroffenen! Dann spricht man vom objektivierbaren Tinnitus. Normale Körpergeräusche (Atmung, Herzschlag, Schlucken) bemerkt man nicht, da sie vom Ohr als bekannte/ungefährliche Geräusche eingestuft und ausgefiltert werden. In absolut ruhiger Umgebung oder in Krisenzuständen hört man etwa das eigene Pulsgeräusch. Gelegentlich verursachen auch krankhafte Gefäßveränderungen (Stenosen, Aneurysmen) hörbare Blutflussgeräusche. Klick- oder Schmatzlaute hört man, wenn sich die Ohrtrompete öffnet. Das ist eine normale Hörwahrnehmung. Ganz selten können rhythmische Zuckungen der Mittelohrmuskeln ein Klickgeräusch erzeugen, das der Betroffene und Außenstehende wahrnehmen. Das Klangphänomen kommt meist einseitig vor, hat eine Frequenz von etwa 1.000 Hz und kann durch eine Untersuchung sichtbar gemacht werden. Subjektive Ohrgeräusche So gut wie immer ist der Tinnitus von außen nicht zu hören und somit ein subjektives Klangphänomen. Wie Schmerzempfindungen sind subjektive Ohrgeräusche keinesfalls eine Erfindung oder Einbildung der Betroffenen, sondern eine Wahrnehmung, die Leidensdruck erzeugen kann. Bislang ist es noch nicht gelungen, die Tinnitus-Erregung direkt am Hörnerv elektrophysiologisch zu messen. Es gibt aber Hinweise auf eine erhöhte Spontanaktivität bei Tinnitus-Patienten. Bekannt ist, dass die tatsächlichen Ohrgeräusche niemals mehr als 5 bis 10 dB über der Hörschwelle liegen. Wie dem Schmerz, so haftet auch dem Tinnitus der stigmatisierende Makel der Subjektivität an. Selbsthilfeorganisationen wie die Deutsche Tinnitus-Liga (DTL) haben dazu beigetragen, dass das Tinnitus-Image in der Öffentlichkeit heute positiver wahrgenommen wird. Das macht es so schwierig: Der Höreindruck hat keinen Bezug zum Schall in der Umgebung des Betroffenen. Und es werden ganz unterschiedliche Geräusche wahrgenommen: Brummton oder Pfeifton, Zischen, Rauschen, Knacken oder Klopfen gleichbleibend oder rhythmisch-pulsierend. Der Höreindruck ist in jedem Fall real. Tinnitus und Hörminderung Sehr häufig liegen ein Tinnitus und ein Hörverlust gleichzeitig vor. Selten hat ein Betroffener ein normales Hörvermögen. Das heißt, der Tinnitus entsteht meist dann, wenn das Hörvermögen vermindert ist und zwar im Frequenzbereich des größten Hörverlustes. Bildlich gesprochen wäre der Tinnitus somit das dauerhafte Brandzeichen im Frequenzband des Hörverlustes. Hochtönende Ohrgeräusche sind oft das Symptom der Hochtonschwerhörigkeit. Bei Betroffenen mit komplett normalem Gehör wird der Tinnitus als Hyperaktivität oder Fehlverarbeitung in der zentralen Hörbahn aufgefasst. Akuter und chronischer Tinnitus Hält der Tinnitus maximal drei Monate an, spricht man vom akuten Tinnitus. Dauert er länger als drei Monate, spricht man von chronischem Tinnitus vor allem, wenn er mit Leidensdruck verbunden ist. Ein erstmaliger akuter Tinnitus verschwindet häufig entweder spontan oder nach zeitnah durchgeführter Therapie. Tinnitus-Belastung Der subjektiv empfundene Leidensdruck hat entscheidende Bedeutung für die Frage, ob ein Tinnitus behandelt werden soll oder nicht. Vielen Betroffenen gelingt es, sich mit ihren Ohrgeräuschen zu arrangieren. Dennoch gibt es immer noch sehr viele Menschen mit emotional fest vernetztem Tinnitus, was auf Dauer Leidensdruck erzeugt und die individuelle Autonomie untergräbt: Der Tinnitus übernimmt die Kontrolle über das Leben das Leiden am Tinnitus steht im Vordergrund, unabhängig von der Ursache. Tinnitus mit Leidensdruck macht krank. So viel steht fest. Der Körper reagiert unter anderem mit Blutdruckerhöhung und Ausschüttung von Stresshormon. Ohnmacht und Verzweiflung belasten die Psyche als chronischer Zustand ein Teufelskreis, der das private und berufliche Leben zerstört. (...)
Inhalt
INHALT Vorwort Weltmusik - Stille, Musik, Lärm - Psychoakustik - Aufnahmestudio im Kopf Störgeräusche - Echo der Götter - Geräuschkunde - Seelenklänge - Akustisches Inferno - Nervositäten Ohr und Gehör - Der periphere Hörapparat - Die zentral…
Titel
Tinnitus
Untertitel
Wie Ohrgeräusche entstehen und wie man sich davon befreit
Autor
EAN
9783863742201
ISBN
978-3-86374-220-1
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Herausgeber
Genre
Veröffentlichung
30.07.2015
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
4.09 MB
Anzahl Seiten
190
Jahr
2015
Untertitel
Deutsch
Lesemotiv
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