Darstellung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes der letzten fünf Jahre 2008/2009-2012 auf der Grundlage der Sichtung von knapp 1.000 Studien. Sorgfältig aufbereitetes und kommentiertes Datenmaterial mit 12 Tabellen, 8 Abbildungen und 105 weiterführenden Quellenangaben. Die Stolpersteine bei der Erstellung und Interpretation epidemiologischer Angaben werden leicht verständlich und mit konkreten Beispielen aus der ärztlichen Praxis und der FASD-Forschung erläutert. Anhand einer Liste mit mehr als 25 FASD-Differenzialdiagnosen wird u.a. auch auf die Möglichkeit falsch-positiver Diagnosen eingegangen. Die psychologische, emotionale, kulturelle und soziale Dimension des Problems wird auf der Grundlage der Ergebnisse von Interviews vorgestellt, die sich in der Wissenschaft und in der Kunst niedergeschlagen haben.

In FASD 2012 Alkoholgeschädigte Kinder und pränatale Alkoholexposition: Wie oft? wird auf der Grundlage des wissenschaftlichen Kenntnisstandes der letzten fünf Jahre der Frage nachgegangen, wie oft mit FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorders) und mit mütterlichem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zu rechnen ist. Aktuelle Daten des Fehlbildungsmonitorings Sachsen-Anhalt von 1980-2010 mit Stand v. 04.10.2012 sowie eine umfassende Liste mit mehr als 25 FASD-Differenzialdiagnosen werden erstmals veröffentlicht und internationalen Vergleichen unterzogen. Häufigkeit des vorgeburtlichen Alkoholkonsums im internationalen Vergleich Unter den Stichworten alcohol consumption pregnancy fanden sich unter PubMed bis zum 09.10.2012 949 wissenschaftliche Publikationen, von denen sich 32 Studien mit der Häufigkeit des mütterlichen Alkoholkonsums während der Schwangerschaft befassten. Nationale, überregionale bzw. multizentrische Studien ergaben weltweit erhebliche Unterschiede: Aus Kanada, Rumänien und den USA wurden mit 2,5-7,6% die geringsten Raten an vorgeburtlicher Alkoholexposition gemeldet. Uruguay, Neuseeland, Frankreich und Russland zeigten mit 44-54% die höchsten Raten. In Kanada, den USA und in Australien wurde in mehreren Studien nachgewiesen, dass es möglich ist, diese epidemiologische Situation deutlich zu verbessern. Psychologische Einflüsse und Risikofaktoren Interviews mit schwangeren Frauen zeigen deutlich, dass es länder-und kulturübergreifend nicht nur um Informationsdefizite über die toxischen embryofetalen Wirkungen des Alkohols geht, sondern dass Fragen der Partnerschaft zwischen Mann und Frau, der Differenzierungsgrad von Gefühlen sowie die Fähigkeit, miteinander zu diskutieren, wesentlich dazu beitragen, ob eine Frau in den Teufelskreis Alkohol einsteigt oder nicht. Die australische Gesundheitswissenschaftlerin und Malerin Lorian Hayes aus Brisbane stellte für das Buch ein Gemälde im Stile der Aborigines-Malerei zur Verfügung, in dem diese Zusammenhänge in bewegender Weise illustriert werden. Ergebnisse des landesweiten Fehlbildungsmonitorings in Sachsen-Anhalt 1980-2010 (Stand v.04.10.2012) Anke Rißmann und Dorit Götz aus der Universitätskinderklinik Magdeburg und dem dort angesiedelten Fehlbildungsregister des Landes Sachsen-Anhalt stellen aktuelle Erhebungsdaten für den Zeitraum 1980-2012 zum Thema FAS vor. Dabei handelt es sich um das Vollbild der Erkrankung mit sichtbaren Dysmorphiezeichen und mit Wachstumsstörungen. Sachsen-Anhalt ist das einzige von 16 Bundesländern in Deutschland, in dem ein kontinuierliches landesweites Fehlbildungsmonitoring erfolgt. Damit liegen jetzt erstmals epidemiologische Ziffern aus Deutschland vor, die allerdings nur die Spitze des Eisberges darstellen, da der Verdacht auf eine vorgeburtliche Schädigung durch Alkoholkonsum der Mutter des Kindes 35mal häufiger geäußert werden musste, als ein FAS diagnostiziert wurde. Randomisierte Untersuchungen mit aktiver Fallsuche in zufällig ausgewählten Schulklassen in der Nähe Roms sowie in Zagreb/Kroatien vertiefen diesen Eindruck, denn bei einem von 21 bzw. 25 Schulkindern wurde ein FASD diagnostiziert. Liste mit mehr als 25 FASD-Differenzialdiagnosen Fundiert gestellte Diagnosen sind eine grundlegende Voraussetzung für epidemiologische Untersuchungen, für die Evaluation von Präventionsprojekten, für die Einschätzung des öffentlichen Ressourcenbedarfs sowie für die Beanspruchung von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Deshalb wird im vorliegenden Buch neben weiterführenden aktuellen Hinweisen zur FASD-Diagnostik insbesondere auch eine Liste von mehr als 25 Differenzialdiagnosen vorgelegt, die von Ärzten berücksichtigt werden sollten. Autoren Prof. Dr. med. habil. Ekkehart Paditz, Zentrum für Angewandte Prävention, Dresden Dr. med. Anke Rißmann, Oberärztin in der Universitätskinderklinik Magdeburg und Leiterin des Fehlbildungsmonitorings des Landes Sachsen-Anhalt Dipl.-Ing. Dorit Götz, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fehlbildungsmonitoring des Landes Sachsen-Anhalt an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität

Inhalt
Epidemiologie FASD Ergebnisse aus Australien, Deutschland, Israel, Italien, Kanada, Kroatien und Südafrika 2009-2012 Berichte über FASD aus Deutschland 1974-2012 Inzidenz in Sachsen-Anhalt 1980-2010 (landesweites Fehlbildungsmonitoring) Inzidenz und Prävalenz in Deutschland 2001-2010 (offizielle Krankenhausstatistik) Methodik der FASD-Epidemiologie Beginn der FASD-Epidemiologie 1977 Unterschiedliche Schweregrade Altersabhändigkeit der Manifestation der Symptome Falsch-positive Diagnosen - Differenzialdiagnostik Exkurs: Frankreich 1957/1968 Falsch-negative Diagnosen Einfluss der statistischen Methodik Inzidenz und Prävalenz Kontextanalyse - Berücksichtigung der epidemiologischen Umgebungssituation Epidemiologie des Alkholkonsums bei schwangeren Frauen Internationaler Vergleich 2008-2012 Monozentrische Studien 2008-2012 Psychologische, soziale und kulturelle Einflüsse Prädiktoren Zusammenfassung Literatur (105 Zitate)
Titel
FASD 2012 Alkoholgeschädigte Kinder und pränatale Alkoholexposition: Wie oft?
Untertitel
Aktuelle Ergebnisse der letzten 5 Jahre von 2008/2009 bis 2012 aus Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Israel, Japan, Kanada, Kolumbien, Neuseeland, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Uganda, Uruguay, USA
Gefilmt von
EAN
9783942622080
Format
E-Book (pdf)
Altersempfehlung
ab 18 Jahre
Veröffentlichung
21.10.2012
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
2.61 MB
Anzahl Seiten
45
Lesemotiv