Nana schildert Aufstieg und Fall einer Pariser Kurtisane im Zweiten Kaiserreich: vom Vorstadtelend auf die Bühne der Variétés, von dort in Salons, Rennbahnen und Banken. Zola schreibt im strengen Naturalismus ein sensorisch gesättigtes, quasi-dokumentarisches Panorama von Gold, Fleisch und Verfall. Innerhalb der Rougon-Macquart-Genetik, als Tochter Gervaises, wird Nana von Erblichkeit und Milieu geformt; Krankheit, Spekulation und politisches Gären treiben die Tragödie voran. Zola, Leitfigur des Naturalismus, entwarf die Rougon-Macquart als "natur- und sozialgeschichtliche" Studie des Second Empire. Von Taine und Claude Bernard geprägt, verstand er den Roman als Experiment über Ursachenketten. Für Nana beobachtete er Theater, Presse, Demi-monde und Finanzmärkte, um die Ökonomie der Prostitution und den Nexus von Kapital, Macht und Sexualität zu analysieren. Wer gesellschaftliche Mechaniken ohne Schonung verstehen will, findet in diesem Roman eine präzise, sinnlich dichte und intellektuell fordernde Lektüre. Für Leserinnen und Leser von Balzac und Flaubert: eine moderne Studie über Konsum, Geschlecht und Begehren - erschreckend aktuell. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.