Der Scharlachrote Pimpernel (1905) spielt in der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution: Unter dem Emblem einer scharlachroten Nelke führt der britische Dandy Sir Percy Blakeney eine Rettungsorganisation, die Verfolgte über den Kanal schmuggelt. Orczy mischt mantel-und-degenhafte Action, Spionagekniff und Romanze - samt der belasteten Ehe mit Marguerite St. Just - in einer von der Bühne geschulten, dialogstarken Prosa. Als konservative Gegenlektüre zur Revolutionslegende begründet der Roman das Muster des maskierten Doppelgängers. Emmuska "Baroness" Orczy (1865-1947), in Ungarn geboren und in London heimisch, begann als Künstlerin und arbeitete mit ihrem Mann Montagu Barstow zunächst fürs Theater; die Bühnenfassung von 1903 bereitete den Romanerfolg. Erfahrungen eines verarmten Adels, Diaspora-Erfahrungen und edwardianischer Patriotismus prägten ihre Skepsis gegenüber jakobinischem Terror ebenso wie ihre Vorliebe für aristokratische Ehrenkodizes und theatrale Maskerade. Empfehlenswert für Leserinnen und Leser historischer Abenteuer, Spionage- und Identitätsromane sowie für Dumas- und Sabatini-Liebhaber. Als stilbildender Vorläufer des Maskenhelden liefert der Text zugleich reiches Material für kulturhistorische und literaturwissenschaftliche Lektüren-ein spannendes, ideologisch transparentes Dokument seiner Epoche mit ungebrochener erzählerischer Sogkraft. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.