Menschen und Gruppen dabei zu unterstützen, ihre Stärken zu entdecken, ihre Lebensumstände so selbstständig wie möglich zu gestalten und dabei ihre Belange selbst zu vertreten, war für mich und wahrscheinlich viele von Ihnen ein Kriterium bei der Berufswahl. Empowerment, so zeigen es nicht nur unzählige verschriftlichte Konzepte, sondern auch die konkrete Praxis, ist uns ein zentrales Anliegen. Auch die Zielgruppen der beruflichen Rehabilitation sollen durch unsere Arbeit mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben. Das klingt selbstverständlich, kommt allerdings nicht von selbst. Denn es gibt Schwierigkeiten und Hürden, die beim Erlernen und Erarbeiten von Selbstständigkeit und Autonomie auftreten. Und dennoch: Handlungsspielräume zu erweitern und eine selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen muss unser aller Anspruch sein.

In dieser Ausgabe wird Empowerment umfassend betrachtet. Im Allgemeinen, wenn es um die Potenziale und Grenzen des Empowerments als inklusive Strategie geht und gleichzeitig auch im Speziellen, wenn Empowerment mit Aspekten der Abbruchprävention oder Krisensituationen verknüpft wird.

Wie gewohnt schauen wir auch wieder in die konkrete Arbeit und Praxis. Dabei werden verschiedene Projekte und Konzepte vorgestellt, die zum Reflektieren und möglicherweise Mitmachen oder Nachahmen anregen. Denn Mediensuchtprävention, Coachingansätze sowie die Stärkung von Geschlechtervielfalt betreffen Angebote der beruflichen Rehabilitation ganz besonders.

Schließlich schauen wir in der Rubrik Seitenblick auf das Konzept MHFA (Mental Health First Aid), welches momentan zu Recht Beliebtheit erfährt. Erste Hilfe in psychischen Ausnahmesituationen ist auch für die berufliche Rehabilitation, sowohl für die Mitarbeitenden als auch die Leistungsberechtigten, von unschätzbarem Wert. Sie können sich also auf eine spannende Ausgabe freuen, die erneut die vielfältigen Themen des Alltags in der beruflichen Rehabilitation aufgreift und dabei wissenschaftliche sowie praktische Perspektiven vereint. Und ist das nicht auch etwas, das uns im Sinne des Empowerments weiterbringt?



Autorentext

Prof. Karl-Heinz Eser, geb. 1948, Diplom-Psychologe, 1997-2013 Gesamtleiter des Förderungswerkes St. Nikolaus und Leiter des Berufsbildungswerkes Dürrlauingen, Mitglied des Vorstandes der BAG BBW und des Geschäftsführenden Vorstandes der "Deutschen Vereinigung für Rehabilitation" (DVfR).

Titel
Empowerment
Untertitel
Die berufliche Rehabilitation - Zeitschrift zur beruflichen und sozialen Teilhabe - Heft 1-2026
EAN
9783784138602
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
19.03.2026
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.99 MB
Anzahl Seiten
66