Dieses Werk entfaltet die Pontifikatsjahre Alexander VI. (1492-1503) im Spannungsfeld der Renaissance: Rom als Bühne von Kurie, Stadtgesellschaft und Italienischen Kriegen. Gregorovius analysiert Borgia-Machttechniken - Nepotismus, Patronage, Diplomatie - und die Rollen Cesares und Lucrezias im Kontext von Savonarola und französischen Interventionen. Quellengesättigte Nüchternheit verbindet sich mit plastischer Erzählkraft; Episoden werden in Strukturen von Herrschaft, Ritual und Frömmigkeit verankert. Ferdinand Gregorovius (1821-1891), bedeutender Historiker der römischen Geschichte, lebte lange in Rom und schrieb die Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. Sein protestantisch-liberales Bildungsideal, die Anschauung der Topographie und das Arbeiten in Archiven und Chroniken schärften seine Skepsis gegenüber weltlicher Papstgewalt. Er stützt sich hier auf Diarien (u. a. Johannes Burchard), Gesandtenberichte und Briefe, die er kritisch gegeneinander prüft. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die jenseits der Legenden eine präzise, quellengestützte Deutung des Borgia-Pontifikats suchen. Es bietet Forschenden der Renaissance-, Kirchen- und Politikgeschichte wie auch interessierten Laien ein verlässliches Fundament, um Macht, Ritual und Moral im Rom um 1500 zu verstehen. Eine maßgebliche Darstellung von großer analytischer Klarheit. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
Autorentext
Ferdinand Gregorovius (1821 - 1891) war ein deutscher Historiker, Journalist und Schriftsteller. Gregorovius' monumentale "Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter", an der er über 18 Jahre lang arbeitete und für die er zahlreiche Archivalien erschloss, gilt als Klassiker der Geschichtsschreibung. Die von ihm verfassten Wanderjahre in Italien, die aus journalistischen Arbeiten hervorgingen, gelten in ihrer Wirkungsgeschichte für das Italienbild der Deutschen bis heute als wichtigster Beitrag nach "Goethes Italienischer Reise". Gregorovius, der die Motivation zu seiner Arbeit häufig aus der Anschauung bezog, verstand sich als Schriftsteller mit künstlerischem Anspruch. Er gehört neben Theodor Mommsen und Leopold von Ranke bis heute zu den meistgelesenen Geschichtsschreibern des 19. Jahrhunderts.