Der Jüdische Krieg schildert den Aufstand der Juden gegen Rom (66-73 n. Chr.) von den hasmonäischen und herodianischen Voraussetzungen über die Misswirtschaft des Gessius Florus bis zu Vespasians und Titus' Feldzügen, der Belagerung Jerusalems und der Tempelzerstörung; Masada bildet den Epilog. Josephus verbindet Augenzeugenschaft mit hellenistischer Historiographie: eingefügte Reden, moralische Deutungen, dramatische Szenen und topographische Präzision. Adressiert an ein griechisch-römisches Publikum, steht das Werk zugleich im Kontext flavischer Gedächtnispolitik. Flavius Josephus (37/38-nach 100), aus priesterlicher Jerusalemer Aristokratie und pharisäisch gebildet, war 66 Befehlshaber in Galiläa, geriet bei Jotapata in Gefangenschaft und sagte Vespasians Kaiserwürde voraus. In Rom, unter flavischer Patronage, nahm er den Namen Flavius an und verfasste seine Historie wohl auf der Basis einer verlorenen aramäischen Fassung für griechische Leser. Sein Motiv war Rechtfertigung der jüdischen Sache und seiner Person sowie die Korrektur tendenziöser Darstellungen. Als Quelle ersten Ranges erschließt das Werk die politische, militärische und religiöse Dynamik des 1. Jahrhunderts. Wer die Zerstörung Jerusalems und ihre Deutungen verstehen will, kommt an Josephus nicht vorbei-doch quellenkritisch: Rhetorik, Zahlen und proflavische Tendenzen verlangen Aufmerksamkeit; der historische Ertrag ist dennoch außergewöhnlich. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
Autorentext
Flavius Josephus (37-100 n. Chr.) war einer der bedeutendsten Historiker der antiken Welt. Als junger Priester aus der Jerusalemer Oberschicht hatte Josephus eine aktive Rolle im Jüdischen Krieg. Nach dem Fall von Judäa erhielt er das römische Bürgerrecht und lebte fortan von einer kaiserlichen Pension und dem Ertrag seiner Landgüter in Judäa. Die Muße nutzte er zur Abfassung mehrerer Werke in griechischer Sprache: eine Geschichte des Jüdischen Krieges, eine Geschichte des jüdischen Volkes von der Erschaffung der Welt bis zum Vorabend dieses Krieges, eine Autobiografie, und als Spätwerk eine Verteidigung des Judentums gegen die Kritik zeitgenössischer Autoren.