Cecilia (1782) erzählt die Geschichte der Erbin Cecilia Beverley, deren Vermögen daran gebunden ist, dass ihr künftiger Ehemann ihren Namen annimmt. Zwischen verschwenderischen und pedantischen Vormündern und den Londoner Salons verhandelt der Roman Ökonomie des Heiratshandels, Prestigedenken und die Prekarität weiblicher Selbstbestimmung. Burney verbindet satirische Gesellschaftspanoramen mit empfindsamer Innerlichkeit und psychologischer Genauigkeit: eine Übergangsform zwischen Sentimentalroman und aufkommendem Realismus, die spätere Autorinnen, nicht zuletzt Jane Austen, sichtbar beeinflusste. Frances Burney, Tochter des Musikgelehrten Charles Burney und Autorin des anonymen Erfolgs Evelina (1778), schrieb Cecilia im Spannungsfeld von geselliger Prominenz und weiblicher Autorschaft. Ihre Nähe zu Johnsons Kreis, genaue Beobachtungen in Theater und Aristokratie sowie das Bewusstsein für die rechtliche Unmündigkeit von Frauen prägen Dramaturgie und Konfliktökonomie des Romans. Burneys Sinn für Dialog und Szene, geschult an Bühne und Salon, stützt die moralpsychologische Feinzeichnung. Für Leserinnen und Leser, die eine klarsichtige, dabei zutiefst bewegende Darstellung der Sittenkultur des späten 18. Jahrhunderts suchen, bietet Cecilia eine mustergültige Mischung aus Spannung, Witz und gesellschaftskritischer Analyse. Wer die Welt Jane Austens, Edgeworths oder Gaskells schätzt, findet hier deren Voraussetzungen und ein selbstständiges Meisterwerk. Empfohlen sowohl für literaturwissenschaftliche Lektüren zu Geschlecht und Eigentum als auch für anspruchsvolle Unterhaltung. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.



Autorentext

Frances Burney, genannt auch Fanny Burney (1752-1840), verheiratete Frances d'Arblay, war eine englische Schriftstellerin. Ihr Ruhm begann, nachdem bekannt geworden war, dass sie den 1778 zunächst anonym veröffentlichten Roman Evelina geschrieben hatte. In den nächsten Jahren verfasste sie Cecilia (1782) und Camilla (1796). Diese Romane behandeln alle das Heranwachsen eines intelligenten, jungen Mädchens. Ihre Werke wurden von Jane Austen bewundert. 1814 veröffentlichte Fanny Burney bzw. Madame d'Arblay ihren letzten Roman The Wanderer. Bekannt wurde sie zudem durch ihre 1768 begonnenen und postum veröffentlichten Tagebücher, welche u. a. das Leben am englischen Hof detailfreudig beschreiben (Fanny Burney war von 1786 bis 1791 Hofdame der Königin Charlotte) und ausführlich über die Persönlichkeiten ihrer Zeit, zum Beispiel Samuel Johnson, berichten.

Titel
Cecilia (Zusammengefasste Ausgabe)
Untertitel
Bereicherte Ausgabe. Erbtochter zwischen Heiratsmarkt und Namenskonflikt: Gesellschaftssatire aus dem georgianischen London ber weibliche Autonomie und Erbschaftsauflage.
kommentiert von
EAN
8596547885924
Format
E-Book (epub)
Veröffentlichung
07.02.2026
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.07 MB
Anzahl Seiten
281