Serapis entfaltet in Alexandria des späten 4. Jahrhunderts das dramatische Ringen zwischen dem alten Kult des Serapis und der aufstrebenden Kirche unter den Edikten Theodosius'. Vor dem Hintergrund der Belagerung und Zerstörung des Serapeums zeichnet der Roman ein Panorama aus Beamten, Philosophen, Handwerkern und Geistlichen, deren Schicksale sich kreuzen. Ebers verbindet quellengesättigte Milieuschilderung, lebendige Dialoge und reflektierende Exkurse zu einer vielstimmigen Erzählung, in der religiöse Politik, städtische Gewalt und individuelle Gewissensentscheidungen ineinandergreifen. Sein Autor, der Leipziger Ägyptologe Georg Ebers (1837-1898), verband wissenschaftliche Strenge mit erzählerischer Begabung. Als Herausgeber des nach ihm benannten medizinischen Papyrus und Kenner der spätantiken Quellen reiste er am Nil, studierte Inschriften und Texte der Kirchenväter. Aus dieser doppelten Expertise erwächst der Impuls, in Serapis den epochalen Umbruch zwischen Polytheismus und Christentum nicht als Schablone, sondern als vielschichtige Erfahrungswirklichkeit darzustellen. Dieser Roman empfiehlt sich allen, die gelehrte Genauigkeit und erzählerische Spannung suchen: Er bietet eine fundierte Einführung in die Religionspolitik der Spätantike, beleuchtet Mechanismen von Fanatismus und Toleranz und macht die Topographie Alexandrias anschaulich. Als Lektüre für historisch Interessierte, Theologinnen und Kulturwissenschaftler öffnet Serapis den Blick für Kontinuitäten und Brüche, die bis in unsere Gegenwart hineinwirken. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.