Ein abgelegener Hof wird zur Bühne eines Versprechens, das größer klingt als jedes einzelne Leben: Freiheit, Gerechtigkeit, ein Morgen ohne Peitsche und Hunger. Doch wo Hoffnung zur Parole wird, beginnt auch ihr Verrat. In George Orwells Farm der Tiere verdichtet sich die Geschichte einer Erhebung zu einer beklemmenden Fabel über Macht und Erinnerung, über Sprache als Waffe und die schleichende Verwandlung von Ideal in Herrschaft.
Mit knapper Präzision und kalter Klarheit entwirft Orwell eine Welt, in der Begeisterung in Gehorsam kippt, Solidarität in Misstrauen und Wahrheit in etwas formbares, Gefährliches. Hinter der scheinbar schlichten Tiergeschichte öffnet sich ein Abgrund politischer und menschlicher Erfahrung: die Verführung durch einfache Wahrheiten, die Mechanik der Propaganda, die Zerbrechlichkeit von Würde.
Dieses Buch ist von bestürzender Eleganz - ein Gleichnis, das zugleich zeitlos und beunruhigend gegenwärtig wirkt. Wer es aufschlägt, betritt keinen Kinderhof, sondern ein Machtlabor, in dem aus Befreiung langsam ein neuer Käfig wird.
Null Papier Verlag
Autorentext
George Orwell war ein englischer Schriftsteller, Essayist und Journalist. Von 1922 bis 1927 war er Beamter der britischen Kolonialpolizei in Birma. 1936 nahm er auf republikanischer Seite am Spanischen Bürgerkrieg teil.