Eine junge Frau zwischen Begehren und Moral. Ein Fürst, der glaubt, alles besitzen zu dürfen. Eine Familie, die ihre Ehre über das Leben stellt. In Emilia Galotti erzählt Gotthold Ephraim Lessing von einem verhängnisvollen Machtspiel, das erschreckend aktuell wirkt. Als der Prinz von Guastalla die bürgerliche Emilia begehrt, setzt er eine Kette aus Intrigen, Manipulation und Gewalt in Gang. Zwischen höfischer Willkür und bürgerlichem Tugendideal gerät Emilia in einen Konflikt, der ihr jede echte Entscheidungsfreiheit nimmt. Was als Liebesgeschichte beginnt, wird zu einem Drama über Machtmissbrauch, patriarchale Strukturen und die Frage nach Selbstbestimmung. Wie frei ist ein Mensch in einem System, das über ihn verfügt? Und wer trägt Verantwortung, wenn Moral zur Waffe wird? Ein Klassiker der Aufklärung - und ein zeitloses Stück über Kontrolle, Ehre und Widerstand.
Autorentext
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) war ein bedeutender deutscher Dichter, Dramatiker und Philosoph der Aufklärung sowie einer der wichtigsten Vertreter des bürgerlichen Trauerspiels. Mit Werken wie Emilia Galotti und Nathan der Weise prägte er die deutsche Literatur nachhaltig und setzte sich entschieden für religiöse Toleranz und geistige Freiheit ein.