Vieles in dieser Welt ist ungerecht und grausam. Die Natur wird zerstört, Tiere werden gequält, Menschen diskriminiert und verfolgt. Aber was kann ein Einzelner da schon tun? Sehr viel, wenn man es richtig macht, wie Greta Thunberg und andere beweisen. Doch wo fange ich an? Und wie?
Wir beantworten die wichtigsten Fragen: Wie organisiere ich eine Kampagne? Wo finde ich dafür Unterstützung? Wie starte ich eine Petition? Und auch: Warum lohnt es sich und wie fühlt man sich dabei? Damit jeder weiß, wie er etwas bewegen kann. Denn du kannst nichts dafür, dass die so Welt ist, wie sie ist. Aber du kannst dafür sorgen, dass sie nicht so bleibt.
Mit Checklisten, Timelines, Tipps und Interviews mit den Schülerinnen und Schülern von Fridays for Future und anderen Bewegungen.
Franziska Wessel ist 15 Jahre alt, Schülerin und Aktivistin bei Fridays for Future. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie man sich erfolgreich Gehör verschafft und welche Klippen es dabei zu umschiffen gilt. Schließlich hat sie zahlreichen Medienvertretern Rede und Antwort gestanden und unter anderem mit den Ministerinnen Franziska Giffey und Svenja Schulze über Klimapolitik diskutiert.
Ihr Vater Günther Wessel ist Journalist und Sachbuchautor. Seit Jahren befasst er sich intensiv mit den Themen Umwelt und Politik.
Beide leben in Berlin und wünschen sich, dass alle Jugendlichen wissen: Meine Meinung ist wichtig! Ich kann die Welt verändern!



Günther Wessel ist Journalist und Sachbuchautor. Seit Jahren befasst er sich intensiv mit den Themen Umwelt und Politik. Er lebt in Berlin und wünscht sich, dass alle Jugendlichen wissen: 'Meine Meinung ist wichtig! Ich kann die Welt verändern!'



Autorentext

Günther Wessel war schon als Kind von alten Reiseberichten fasziniert. Später entdeckte er seine Reiselust. Er fuhr durch Asien und Südamerika, lebte in den USA und im europäischen Ausland, schrieb Reiseführer und Biographien und arbeitet heute als Radiojournalist und Sachbuchautor in Berlin. Er ist verheiratet und hat zwei tolle Kinder.



Leseprobe

"'Wo muss ich hin?' Ich schreie noch schnell in mein Handy, bevor es ausgeht. Der Akku ist alle. Mein 32. Telefonat heute wurde unsanft beendet.

Es ist 16: 17 Uhr. Mein Zug von Leipzig nach Berlin geht in sechs Minuten. Von welchem Gleis, weiß ich noch nicht. Ich renne zum Schalter, frage nach, schaffe es gerade noch pünktlich zum Bahnsteig; der ICE, mit dem ich nach Berlin zum wöchentlichen Organisationstreffen zurückfahren muss, steht noch da. Ich springe rein, die Türen schließen, Abfahrt. Als ich mein Handy an die Steckdose im ICE anschließe, atme ich auf: nur vier verpasste Anrufe."

Ich heiße Franziska und bin 15 Jahre alt. Und solche Situationen gehören inzwischen zu meinem Alltag. Denn mein Terminkalender ist voll. Manchmal zu voll. Vor einem halben Jahr war das noch anders: Ich war eine "normale Schülerin", ziemlich gut in der Schule, viel mit Freunden unterwegs oder auf dem Ponyhof. Der 11. Januar 2019 änderte vieles.

Es war einer der ersten Klimastreikfreitage in Berlin.

Ich ging im Januar erstmals zum Klimastreik, damals eine meiner ersten Demonstrationen, heute nur eine der gefühlt Tausenden. An diesem Tag beschloss ich am Abend, dass die alleinige und einmalige Teilnahme am Schulstreik nicht ausreicht: Seither engagiere ich mich bei Fridays for Future, organisiere Streiks und Demonstrationen in Berlin, aber auch in ganz Deutschland, trete bei Diskussionsveranstaltungen auf, debattiere mit Politikern, führe Gespräche mit Medien und stehe in ständigem Austausch mit anderen Aktivisti der Klimaschutzbewegung.

Dieses Buch habe ich gemeinsam mit meinem Vater geschrieben.

Und dieser Vater bin ich, Günther Wessel. Ich arbeite als Journalist, lebe mit Franziska und ihrem älteren Bruder Jakob in Berlin (okay, Jakob ist wegen seines Studiums fast ausgezogen) und bin froh über Franzis Engagement. Und sie ist froh, dass ich sie unterstütze, wenn es geht - manchmal ist sie auch nicht froh, weil sie schon sehr genau weiß, was zu tun ist. Und was sie tun möchte. Und niemanden will, der ihr da reinredet.

In den letzten Monaten ist viel passiert: Fast aus dem Nichts heraus ist dank einer Person, der sich dann viele anschlossen, die größte Klimaschutzbewegung entstanden, die unsere Erde je gesehen hat. Fridays for Future. Eine Bewegung, die fordert, dass endlich gehandelt wird. Nicht nur in Deutschland gibt es seitdem eine Debatte über verpasste Klimaschutzziele und was nötig wäre, sie wenigstens ansatzweise doch noch zu erreichen. Und dank Fridays for Future wird die Klimakrise auch endlich als das wahrgenommen, was sie ist:

Guckt man genauer hin, sieht man eine Fülle politischer Bewegungen. In Bayern gab es einen erfolgreichen Volksentscheid zur Bienenrettung, es gibt ein großes Bündnis #unteilbar, das sich für Gleichheit und soziale Rechte einsetzt, für Solidarität statt Ausgrenzung, für eine offene und freie Gesellschaft. 240.000 Menschen folgten im Oktober 2018 in Berlin diesem Aufruf und gingen auf die Straße. Klimaschutz, Solidarität, Gleichberechtigung oder Umweltfragen - das sind Themen, die uns heute bewegen. Oder auch die Seenotrettung, damit an den Grenzen unseres Kontinents nicht noch mehr Menschen ertrinken. Manche Bewegungen sind groß und schnell gewachsen, andere eher kleinere Initiativen. Nichtsdestotrotz sind sie sehr wichtig. Sie alle tragen den Keim der Veränderung in sich. Die Band "Die Ärzte" textete es so:

Denn eines ist uns spätestens seit Fridays for Future und auch in den intensiven Gesprächen mit Jakob klar geworden:

Meist - oder sogar immer?

Der Schweizer Mediziner Remo H. Largo sagt:

Ein toller Satz, aber auch einer, der einen unter großen Druck setzen kann. Trotzdem: Er stimmt schon. Zum Erwachsenwerden gehört nämlich oft das Einüben von Entschuldigungen, warum man so und nicht anders handelt. Dass man unbedingt ein Auto braucht, weil ... Das

Titel
You for Future
Illustrator
EAN
9783401808673
Format
E-Book (epub)
Herausgeber
Veröffentlichung
18.02.2020
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
7.84 MB
Anzahl Seiten
160
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet