Die Callcenter-Branche hat einen schlechten Ruf: Der Verdienst ist häufig niedrig, selbst dort, wo die Interessen der Arbeitnehmer durch Betriebsräte vertreten werden. Hajo Holst untersucht, wie die von den Auftraggebern geschürte Konkurrenz zwischen Dienstleistungsunternehmen und internen Callcentern sich in den kollektiven Arbeitsbeziehungen der gesamten Branche niederschlägt und die Qualität der Arbeit sowie die Partizipationschancen der Beschäftigten prägt.



Autorentext

Hajo Holst ist wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Universität Jena.



Inhalt

Inhalt

Vorwort11
Einleitung13

Teil I Grundlegungen

1. Methode, Fallauswahl und Forschungsansatz23

2. Interaktive Dienstleistungsarbeit in Callcentern30
2.1. Das Produkt - Telefonische Kunden-Kommunikations-Dienstleistungen31
2.2. Die Arbeit - Interaktive Dienstleistungsarbeit in den Kundenschnittstellen34
2.3. Die Position externer Callcenter - Fremdvergabe in hierarchisch gesteuerten Wertschöpfungsketten36

3. Die Branche - Formierung eines neuen Wirtschaftszweigs41
3.1. Die Etablierungsphase (1990 bis 1995) - Rationalisierung der Sachbearbeitung44
3.2. Die Expansionsphase (1996 bis 2001) - Neue Betriebe und schnelles Marktwachstum46
3.3. Die Konsolidierungsphase (seit 2003) - Übernahmen und Branchenkonstitution49

Teil II Arbeitsbeziehungen in der tariflichen Arena

4. Überbetriebliche Arbeitsbeziehungen im dualen System55

5. Gewerkschaften als strategische Organisationen59

6. Die Etablierungsphase - Das System der Flächentarifverträge68
6.1. Telekommunikation - Arbeitsorganisation als sozialpartnerschaftliche Gestaltungsaufgabe70
6.2. Versandhandel - Gewerkschaftliches "Ausklammerungshandeln"76
6.3. Bankgewerbe - Direktbanken als Nischenphänomen83

7. Die Expansionsphase - Spaltung der Tarifvertragssysteme87
7.1. Telekommunikation - Interessenvertretung in einem segmentierten Organisationsbereich91
7.2. Versandhandel - Kontinuität des "Ausklammerungshandelns"101
7.3. Bankgewerbe - "Entdeckung" der nicht tarifgebundenen Direktbanken als gewerkschaftliches Handlungsfeld104

8. Die Konsolidierungsphase - Fragmentierung der Arbeits- und Entlohnungsbedingungen108
8.1. Telekommunikation - Defensiver Wettbewerbskorporatismus112
8.2.Versandhandel - Passive Interessenvertretung (fast) ohne Mitglieder121
8.3. Bankgewerbe - Resignative Interessenvertretung126
8.4. Externe Callcenter - Interessenvertretung mit knappen Ressourcen130

9. Fazit - Abwärtsnivellierung der Tarifstandards und der Interessenvertretungsansätze135

Teil III Arbeit und Arbeitsbeziehungen in der betrieblichen Arena

10. Arbeit und betriebliche Arbeitsbeziehungen147

11. Externe Callcenter als Produktionsmodelle150

12. SatelliteCall - Flexible Kleinserienfertigung und paternalistische Arbeitsbeziehungen163
12.1. Das Produktionsmodell flexibler Kleinserienproduktion164
12.2. Die Spaltung der Belegschaft - Individuelle Leistungserfüllung als Integrationskriterium168

13. SectorCall - Differenzierte Massenproduktion und autoritäre Arbeitsbeziehungen178
13.1. Das Produktionsmodell differenzierter Massenproduktion178
13.2. Extreme Arbeitsverdichtung und autoritäre Arbeitsbeziehungen im Standortwettbewerb182

14. QualityCall - Diversifizierte Qualitätsproduktion und hierarchische Arbeitsbeziehungen193
14.1. Das Produktionsmodell diversifizierter Qualitätsproduktion194
14.2. Entsubjektivierung interaktiver Dienstleistungsarbeit und formalisierte Herrschaftsbeziehungen198

15. Fazit - Der hohe Preis der Marktungewissheit211

16. Schluss - Marktzentrierte Kontrolle von Arbeit und Arbeitsbeziehungen220

Abkürzungsverzeichnis241
Literatur242

Titel
Im Schatten des Marktes
Untertitel
Arbeit und Arbeitsbeziehungen in Callcentern
EAN
9783593411255
ISBN
978-3-593-41125-5
Format
E-Book (pdf)
Herausgeber
Veröffentlichung
07.03.2011
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
4.21 MB
Anzahl Seiten
267
Jahr
2011
Untertitel
Deutsch