Goethe hat als literarischer Wegbegleiter des modernen Liebesdiskurses das emphatische Gefühlserlebnis zum zentralen Lebenssinn erhoben, neben dem alle anderen Aktivitäten und Beziehungen zweitrangig werden. Diese Aufwertung des Liebeserlebens gilt bis heute ungebrochen. Eine andere Grundstruktur der von Goethe gestalteten Liebesbeziehungen, die nicht so offen zu Tage liegt, läuft jedoch dem gegenwärtigen Verständnis von Liebe zuwider und wird konsequent überlesen: Goethe verweigert den Liebenden das Erleben von Gemeinsamkeit und weist der Liebe als Ort die Einbildungskraft des je einzelnen zu. Mit welcher Konsequenz Erzählstruktur, Figurengestaltung und Inszenierung der Strategie, die Liebenden voneinander fernzuhalten, untergeordnet sind, zeigt diese Untersuchung.



Zur Vorgeschichte der "romantischen Liebe"

Autorentext

Dr. Hans-Peter Schwander ist Akademischer Rat an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Er lehrt im Bereich Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur.



Inhalt
Dies Bildnis ist bezaubernd schön' - Der Begriff 'Liebe' - Der Beginn einer großen Liebe - Idealbilder - Beziehungsmodelle - Trennung und Entsagung - Liebe: Sehnsucht und Aufgabe.
Titel
Alles um Liebe?
Untertitel
Zur Position Goethes im modernen Liebesdiskurs
EAN
9783322903075
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
01.12.2013
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Anzahl Seiten
388
Auflage
1997
Lesemotiv