Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,7, Eberhard-Karls-Universitt Tbingen (Neuphilologikum), Sprache: Deutsch, Abstract: Sicherlich war der Nationalsozialismus mit seinen politischen Ritualen und Symbolen, die um die Begriffe von Nation und Volk, Gre und Macht kreisten, Teil einer gemeineuropischen Entwicklung, die als "Nationalisierung der Massen" bezeichnet wurde: Diese bediente sich der Formen einer politischen Liturgie und romantisch - frhzeitlicher Mythen, um das Volk scheinbar an der Politik teilhaben zu lassen. Nicht in der parlamentarischen Rede und im gelehrten Gesprch, sondern in einer symbolischen Kommunikation, durch Zeichen und Rituale, teilten die nationalen Bewegungen ihre Botschaften mit. Wenn das gesprochene Wort eingesetzt wurde, dann diente es weniger der rationalen Auslegung einer Ideologie, sondern war Teil eines Zeremoniells, das sich meist pseudoreligiser Formen bediente. Die Auslegung der Ideologie des Nationalsozialismus und die Verbreitung und Strkung des Rassenwahns aber bleiben dem geschriebenen Wort vorbehalten. Hier werden neue Weltbilder geschaffen, die mit der Wirklichkeit nicht mehr viel gemein haben. Der gesellschaftliche und kulturelle Fokus wird immer weiter verengt, die Sprache immer roher und gewaltverherrlichender. Durch ein Forcieren der eigenen "Literatur" und der Zensur alles "undeutschen" oder "unvlkischen" wird den Menschen die Mglichkeit genommen, andere Informationsquellen als die des Regimes zur eigenen Bildung zu nutzen. Die Intelligentia der Weimarer Republik wird - sofern sie nicht in die Partei Adolf Hitlers eintritt - verdrngt oder vernichtet. Das deutsche Volk soll "gleichgeschaltet" werden - auch im Bezug auf die geistige Ausbildung. Die geistige Vergiftung der Deutschen dieser Zeit geht einher mit der Vergiftung der Sprache. Die Vergiftung der Sprache wiederum trgt zur Vergiftung des Geistes bei. Die "Motoren" dieses Teufelskreises sind vor allem zwei Werke, deren Auflagen Millionen zhlen. Zum einen Adolf Hitlers "Mein Kampf", zum anderen Alfred Rosenbergs "Mythus des XX. Jahrhunderts". Beide Bche r waren bereits lange vor der Machtergreifung kuflich - und trugen somit sicherlich auch zum Ziel der Machtbernahme der NSDAP bei. "Mein Kampf" und der "Mythus" sollen aus diesem Grunde die Hauptwerke bei einer Untersuchung auf "Gift im Text" darstellen. Danach soll mit Hilfe von drei Sprachwrterbchern geprft werden, ob der dort verwendete Sprachgebrauch nur von den Autoren genutzt, oder ob er tatschlich in den Wortschatz des Deutschen eingeflossen ist. [...]