"Die Gehorsame Klasse - Warum die Schule erfunden wurde um Soldaten zu züchten" räumt mit dem romantischen Bild der deutschen Bildungsgeschichte auf. Wir glauben oft, die Schulpflicht sei aus reinem Humanismus eingeführt worden. Doch im Preußen des 18. Jahrhunderts hatte sie einen pragmatischeren Zweck: Der Staat brauchte funktionierende Untertanen für die Armee und die Fabriken. Der Historiker Heinrich Tafel analysiert die Strukturen, die bis heute bestehen: Der 45-Minuten-Takt (abgeleitet von Wachablösungen), die Sitzordnung in Reihen (wie auf dem Exerzierplatz) und das Melden per Handzeichen. Ziel war nicht das kritische Denken, sondern die "Pünktlichkeit, Ordnung und der Fleiß". "Die Gehorsame Klasse" zeigt, wie Friedrich der Große und später die Industriellen ein System schufen, das darauf optimiert war, Menschen standardisiert auszubilden, damit sie Befehle ausführen, aber nicht hinterfragen. Ein Buch für alle, die verstehen wollen, warum sich Schule oft wie Arbeit anfühlt.
Autorentext
Author