"Die Erfundene Heldin - Warum wir den Mythos der Trümmerfrau brauchten" rüttelt an einem der festesten Denkmäler der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wir alle kennen das Bild: Frauen, die mit bloßen Händen die zerbombten Städte wieder aufbauen, weil die Männer tot oder in Gefangenschaft sind. Doch historische Analysen zeigen: Die "Trümmerfrau" als Massenphänomen ist weitgehend eine Legende. Die Historikerin Helga Stein belegt, dass der Großteil des Schutts von professionellen Baufirmen und Maschinen beseitigt wurde. In der DDR wurde die Trümmerfrau als sozialistisches Ideal der arbeitenden Frau propagandistisch überhöht, im Westen diente sie dazu, das nationale Selbstwertgefühl zu reparieren und von der Täterschaft abzulenken. "Die Erfundene Heldin" schmälert nicht die Leistung der Frauen jener Generation, aber sie trennt die harte Realität vom politischen Kitsch. Es ist ein Buch darüber, wie Nationen sich ihre eigene Geschichte basteln, um nach einer moralischen Katastrophe wieder in den Spiegel schauen zu können.
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