Über die Liebe, über Phantaisen und Realität, erzählt aus der Sicht einer Frau Dass Hermann Peter Piwitt eine Frau erzählen lässt, in IchForm, ist gewiss eine Überraschung. Und sie gelingt! Vielleicht weil der Autor sich selbst und seine Geschlechtsgenossen, so aus ironischkomischer Perspektive in den Blick nehmen kann. Nach einer eher leidenschaftslosen Ehe, die durch den Unfalltod des Ehemannes ihr Ende gefunden hat (nicht unbedingt ein glückliches, genau genommen), scheint nun alles anders zu werden. Henrik, ein Schriftsteller, ist ins Leben der Erzählerin getreten. Fur die beiden nicht mehr ganz jungen Menschen bietet sich endlich die große Chance, Waghalsiges zu riskieren, Phantasien auszuleben. Jeden Moment kosten sie aus, indem sie sich gänzlich einander hingeben. »Da wir aneinander verloren, verlor sich auch der Alltag in uns«, wird sich die Erzählerin erinnern. Wenn nur dieser sonderbare Wunsch von Henrik nicht wäre, ein »Liebesbeweis«, wie er es nennt. Hartnäckig halt er daran fest. Aber könnte er dessen Erfüllung überhaupt ertragen? Piwitt zeigt sich einmal mehr als genauer Beobachter und virtuoser Erzähler zwischenmenschlicher Verstrickungen und leiser Momente. »Erbarmen« ist eine melancholische und bisweilen tragikomische Novelle über Sehnsucht, Täuschung und Selbsttäuschung. »Piwitts Prosa ist berauschend.« Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger

""Erbarmen" ist eine wundersam-wunderbare, schwebend komponierte Geschichte, ein großes Stück Literatur, das sich gewissermaßen wegduckt - und das uns en passant mit unvergleichlich präzisen Naturimpressionen und Beobachtungen zum restaurativen Geist dieser Tage beschenkt."(Jürgen Roth, junge welt, 17.03.2012)"Piwitts Prosa ist berauschend."(Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger)"Der Charme liegt im Wechsel der weiblichen und männlichen Perspektiven: Piwitt erfindet eine Ich-Erzählerin, die in die Phantasien ihres neuen Partners, der noch dazu selbst Schriftsteller ist, vordringt und damit spielt. Es ist ein riskantes und zugleich tragikomisches Experiment mit aufschlussreichem Ausgang." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2012)"Einmal mehr erzählt Piwitt schnörkellos, präzis, unerschrocken sinnlich." (Manfred Papst, NZZ, 29.04.2012)"Sechzig Seiten großartige Prosa über eine knapp ein Jahr währende verrückte Liebesbeziehung. Der Schlusssatz ist dann so wunderbar wie die ersten beiden Sätze." (Cord Beintmann, Stuttgarter Zeitung, 18.05.2012)"Der erfahrene und engagierte Autor Hermann Peter Piwitt verliert kein Wort zu viel in seiner frischen Novelle "Erbarmen", in der er die Untiefen und Abgründe einer Liebesbeziehung auslotet - so amüsant wie spannend zu lesen." (Bettina Hesse, Das WDR 5-Literaturmagazin, 09.06.2012)"Abgründe anzudeuten und die Macht von Fantasien in Alltagsszenen zu integrieren, das macht die Qualität dieses ohne stilistischen Pomp auskommenden Textes aus. Dessen Figuren vergisst man nicht, auch wenn sie einem alles andere als sympathisch sind." (Rainer Moritz, Deutschlandradio, 26.06.2012)

Autorentext
Hermann Peter Piwitt (19352025) wuchs in Frankfurt am Main auf, studierte Soziologie, Philosophie und Literaturwissenschaften. Seit seinem Debüt 1965 erschienen zahlreiche und vieldiskutierte Romane, Erzählungen sowie Essays. Piwitt lebte in Hamburg, wo er Anfang 2025 verstarb.

Zusammenfassung
Über die Liebe, über Phantaisen und Realität, erzählt aus der Sicht einer Frau Dass Hermann Peter Piwitt eine Frau erzählen lässt, in Ich­Form, ist gewiss eine Überraschung. Und sie gelingt! Vielleicht weil der Autor sich selbst und seine Geschlechtsgenossen, so aus ironisch­komischer Perspektive in den Blick nehmen kann. Nach einer eher leidenschaftslosen Ehe, die durch den Unfalltod des Ehemannes ihr Ende gefunden hat (nicht unbedingt ein glückliches, genau genommen), scheint nun alles anders zu werden. Henrik, ein Schriftsteller, ist ins Leben der Erzählerin getreten. Fur die beiden nicht mehr ganz jungen Menschen bietet sich endlich die große Chance, Waghalsiges zu riskieren, Phantasien auszuleben. Jeden Moment kosten sie aus, indem sie sich gänzlich einander hingeben. »Da wir aneinander verloren, verlor sich auch der Alltag in uns", wird sich die Erzählerin erinnern. Wenn nur dieser sonderbare Wunsch von Henrik nicht wäre, ein »Liebesbeweis", wie er es nennt. Hartnäckig halt er daran fest. Aber könnte er dessen Erfüllung überhaupt ertragen? Piwitt zeigt sich einmal mehr als genauer Beobachter und virtuoser Erzähler zwischenmenschlicher Verstrickungen und leiser Momente. »Erbarmen" ist eine melancholische und bisweilen tragikomische Novelle über Sehnsucht, Täuschung und Selbsttäuschung.
Titel
Erbarmen
Untertitel
Novelle
EAN
9783835321878
ISBN
978-3-8353-2187-8
Format
E-Book (epub)
Herausgeber
Veröffentlichung
30.07.2012
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.68 MB
Anzahl Seiten
64
Jahr
2012
Untertitel
Deutsch
Lesemotiv