Ein Abgrund aus Liebe, Gier und verhängnisvollem Ehrgeiz. Paris, 1819. In der düsteren Pension Vauquer kreuzen sich die Wege zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist der junge, mittellose Adlige Eugène de Rastignac, der mit brennendem Ehrgeiz in die höchste Gesellschaft drängt. Und da ist der alte Goriot, ein ehemaliger Nudelfabrikant, der sein gesamtes Vermögen opfert, um seinen hochmütigen Töchtern ein Leben im Luxus zu ermöglichen. Während Rastignac lernt, dass der Weg nach oben über Intrigen und kalte Berechnung führt, wird er Zeuge des tragischen Verfalls von Vater Goriot. Von seinen eigenen Kindern verleugnet und bis auf den letzten Sou ausgesaugt, klammert sich der Greis an eine Liebe, die ihn in den Ruin treibt. Honoré de Balzacs Meisterwerk ist das Herzstück seiner "Menschlichen Komödie" - ein monumentales Sittenbild über die korrumpierende Macht des Geldes und die unendliche Opferbereitschaft eines Vaters.
Autorentext
Honoré de Balzac war ein Gigant der Weltliteratur, dessen Schaffen die Grenzen des menschlich Möglichen oft zu sprengen schien. Geboren 1777 in Tours, entwickelte er sich zum unermüdlichen Chronisten des 19. Jahrhunderts. Sein monumentaler Zyklus "Die menschliche Komödie" war der kühne Versuch, die gesamte französische Gesellschaft in all ihrer Komplexität, Gier und Leidenschaft zwischen zwei Buchdeckeln einzufangen. Sein Arbeitsalltag glich einer manischen Obsession: In weiße Mönchskutten gehüllt, schrieb er oft nächtelang bei Kerzenschein, getrieben von einem enormen Kaffeekonsum und dem ständigen Druck seiner immensen Schuldenberge. Balzac war kein bloßer Träumer, sondern ein Analyst der Macht des Geldes.