Der Glanz von Paris und der bittere Preis der Träume. Der junge, bildschöne Dichter Lucien de Rubempré hat ein Ziel: Er will die Enge der Provinz hinter sich lassen und im glitzernden Paris als gefeierter Autor unsterblich werden. Angetrieben von brennendem Ehrgeiz und der Liebe zu einer adligen Gönnerin, stürzt er sich in den Hexenkessel der Metropole. Doch hinter der prächtigen Fassade der Salons und Theater entdeckt Lucien eine Welt, in der Talente wie Waren gehandelt werden. Er lernt schnell: Im Journalismus und im Literaturbetrieb ist die Wahrheit käuflich, Kritik reine Erpressung und Ruhm nur ein flüchtiges Nebenprodukt geschickter Intrigen. In einem rasanten Strudel aus Erfolg, Verrat und Schulden muss Lucien entscheiden, wie viel von seiner Seele er für den Beifall der Massen zu opfern bereit ist. Honoré de Balzacs "Verlorene Illusionen" ist eine gewaltige Abrechnung mit der modernen Gesellschaft, in der das Kapital über den Geist triumphiert. Ein packendes, erschreckend aktuelles Epos über die Zerbrechlichkeit der Ideale und die harte Landung in der Realität. Der ultimative Roman über das Herz einer Stadt, die ihre Kinder erst verführt und dann verschlingt.
Autorentext
Honoré de Balzac war ein Gigant der Weltliteratur, dessen Schaffen die Grenzen des menschlich Möglichen oft zu sprengen schien. Geboren 1777 in Tours, entwickelte er sich zum unermüdlichen Chronisten des 19. Jahrhunderts. Sein monumentaler Zyklus "Die menschliche Komödie" war der kühne Versuch, die gesamte französische Gesellschaft in all ihrer Komplexität, Gier und Leidenschaft zwischen zwei Buchdeckeln einzufangen. Sein Arbeitsalltag glich einer manischen Obsession: In weiße Mönchskutten gehüllt, schrieb er oft nächtelang bei Kerzenschein, getrieben von einem enormen Kaffeekonsum und dem ständigen Druck seiner immensen Schuldenberge. Balzac war kein bloßer Träumer, sondern ein Analyst der Macht des Geldes.