Die aus fünf Büchern bestehende Dichtung De spiritalis historiae gestis des Avitus von Vienne ist eines der bedeutendsten Bibelepen der Spätantike. Bislang existieren in der Forschung nur unzureichende Modelle über den inneren Zusammenhang zwischen diesen Büchern. Die Verbindung ist jedoch in dem Wechsel von »Sünden-Erzählungen« und »Ordnungs-Erzählungen« eindeutig gegeben. Paradoxerweise ist gerade die Auflösung des ordo durch die Sünde ein strukturelles Ordnungsprinzip dieses Werks. Dem wird hier mit einer mehrphasigen Methodik nachgegangen. Unter Berücksichtigung philologischer Beobachtungen werden Theologie-, Exegese-, Gattungs- und Motivgeschichte sowie Rezeptionsästhetik des Werkes untersucht. [Sin as the Structural Principle of the Poem »De spiritalis historiae gestis« by Alcimus Ecdicius Avitus] Avitus of Vienne wrote one of the most important biblical epics of late antiquity. His opus De spiritalis historiae gestis consists of five books. So far, researchers have struggled to explain the connection between the individual books. This work, however, is able to show that the coherence of the opus is clearly indicated by the alternation of »sin stories« and »order stories«. The recurring elimination of order by sin, thus, paradoxically poses the structural principle of the entire poem. The observation firmly rests on a careful analysis of the epic's history of theology, exegesis, genre, motif and reception aesthetics and is further supported by philological observations connected to the idea of »Godly order« and »sinful chaos«.
Autorentext
Julia Catharina Beier, Jahrgang 1986, Dr. theol., studierte Evangelische Religionslehre und Lateinische Philologie. 2019 wurde sie mit der vorliegenden Arbeit an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn promoviert.
Inhalt
INHALT 1 Einleitung 11 1.1 Problembeschreibung und Forschungsstand 11 1.2 Methodische Uberlegungen 20 a) Theologiegeschichtlich 21 b) Exegesegeschichtlich 22 c) Gattungsgeschichtlich 22 d) Motivgeschichtlich 23 e) Rezeptionsasthetisch 24 1.3 Das Problem der Gattungsbestimmung der SHG 25 1.4 Das Zielpublikum der SHG vor dem Hintergrund des soziokulturellen und politischen Umfelds des Avitus 33 2 Das Werk De spiritalis historiae gestis 47 2.1 Anmerkungen zur Uberlieferungsgeschichte 47 2.2 Das Verhaltnis zum Bibeltext unter Berucksichtigung von Erzahlstruktur und Stilistik 48 2.2.1 Buch 1 50 2.2.2 Buch 2 55 2.2.3 Buch 3 63 2.2.4 Buch 4 89 2.2.5 Buch 5 110 2.2.6 Schluss unter Berucksichtigung des Widmungsbriefes an Apollinaris 128 2.3 Exegetischer Traditionszusammenhang und theologische Leitlinien der SHG 133 2.3.1 Das Böse bei Avitus 134 2.3.2 Zum Stellenwert des Menschen bei Avitus 146 2.3.3 Das avitische Verstandnis des Zusammenwirkens von Gnade und Reue 158 2.3.4 Die Typologien und ihr Zusammenhang mit der Tauftheologie des Avitus 169 2.3.5 Fazit 171 2.4 Der Teufel in Schlangengestalt als Verkörperung des Bösen(Exkurs) 172 3 Die Sunde als entscheidendes Strukturprinzip der SHG 177 3.1 Der theologische Ort des Avitus 177 3.1.1 Fazit 201 3.2 Das Konzept des ordo auf der Grundlage juristischer Terminologie (Exkurs) 202 3.3 Das Verhaltnis von ordo und peccatum bei Avitus: Die Auflösung der kosmischen Ordnung durch die Sunde als literarisches Ordnungsprinzip 209 4 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse 221 5 Literaturverzeichnis 227 5.1 Quellen, Editionen und Kommentare 227 5.1.1 Augustinus 227 5.1.2 Avitus von Vienne 227 5.1.3 Claudius Marius Victorius 228 5.1.4 Ennodius 228 5.1.5 Lactantius 228 5.1.6 Origenes 228 5.1.7 Physiologus 228 5.1.8 Vulgata 229 5.2 Sekundarliteratur zur Person des Avitus und seinem Werk 229 5.3 Sonstige Literatur (alphabetisch) 231 5.4 Lexika und Hilfsmittel 237 Stellenregister 239 Antike Autoren 253 Bibelstellen 257
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Julia Catharina Beier, Jahrgang 1986, Dr. theol., studierte Evangelische Religionslehre und Lateinische Philologie. 2019 wurde sie mit der vorliegenden Arbeit an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn promoviert.
Inhalt
INHALT 1 Einleitung 11 1.1 Problembeschreibung und Forschungsstand 11 1.2 Methodische Uberlegungen 20 a) Theologiegeschichtlich 21 b) Exegesegeschichtlich 22 c) Gattungsgeschichtlich 22 d) Motivgeschichtlich 23 e) Rezeptionsasthetisch 24 1.3 Das Problem der Gattungsbestimmung der SHG 25 1.4 Das Zielpublikum der SHG vor dem Hintergrund des soziokulturellen und politischen Umfelds des Avitus 33 2 Das Werk De spiritalis historiae gestis 47 2.1 Anmerkungen zur Uberlieferungsgeschichte 47 2.2 Das Verhaltnis zum Bibeltext unter Berucksichtigung von Erzahlstruktur und Stilistik 48 2.2.1 Buch 1 50 2.2.2 Buch 2 55 2.2.3 Buch 3 63 2.2.4 Buch 4 89 2.2.5 Buch 5 110 2.2.6 Schluss unter Berucksichtigung des Widmungsbriefes an Apollinaris 128 2.3 Exegetischer Traditionszusammenhang und theologische Leitlinien der SHG 133 2.3.1 Das Böse bei Avitus 134 2.3.2 Zum Stellenwert des Menschen bei Avitus 146 2.3.3 Das avitische Verstandnis des Zusammenwirkens von Gnade und Reue 158 2.3.4 Die Typologien und ihr Zusammenhang mit der Tauftheologie des Avitus 169 2.3.5 Fazit 171 2.4 Der Teufel in Schlangengestalt als Verkörperung des Bösen(Exkurs) 172 3 Die Sunde als entscheidendes Strukturprinzip der SHG 177 3.1 Der theologische Ort des Avitus 177 3.1.1 Fazit 201 3.2 Das Konzept des ordo auf der Grundlage juristischer Terminologie (Exkurs) 202 3.3 Das Verhaltnis von ordo und peccatum bei Avitus: Die Auflösung der kosmischen Ordnung durch die Sunde als literarisches Ordnungsprinzip 209 4 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse 221 5 Literaturverzeichnis 227 5.1 Quellen, Editionen und Kommentare 227 5.1.1 Augustinus 227 5.1.2 Avitus von Vienne 227 5.1.3 Claudius Marius Victorius 228 5.1.4 Ennodius 228 5.1.5 Lactantius 228 5.1.6 Origenes 228 5.1.7 Physiologus 228 5.1.8 Vulgata 229 5.2 Sekundarliteratur zur Person des Avitus und seinem Werk 229 5.3 Sonstige Literatur (alphabetisch) 231 5.4 Lexika und Hilfsmittel 237 Stellenregister 239 Antike Autoren 253 Bibelstellen 257
Titel
Die Sünde als Strukturprinzip der Dichtung
Untertitel
»De spiritalis historiae gestis« des Alcimus Ecdicius Avitus
Autor
EAN
9783374067541
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Genre
Veröffentlichung
01.03.2021
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.59 MB
Anzahl Seiten
264
Lesemotiv
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