In keinem anderen Land der Welt sind Aufbaustrategiespiele so populär wie in Deutschland. Der Spielejournalist Julia Kranz untersucht in "Das Wuselfaktor-Phänomen" die einzigartige deutsche Liebe zu Die Siedler, Anno und Gothic. Während Amerikaner Action bevorzugen, lieben Deutsche die Optimierung von Warenkreisläufen. Kranz analysiert den Begriff "Wuselfaktor" - die befriedigende Beobachtung hunderter kleiner Pixel-Männchen, die Holz hacken und Brot backen. Sie verknüpft dies mit der deutschen Kultur der Ordnung, Ingenieurskunst und dem romantischen Ideal der funktierenden Kleinstadtidylle. Das Buch beleuchtet die Geschichte legendärer deutscher Studios wie Blue Byte und Piranha Bytes, die trotz internationaler Blockbuster-Konkurrenz Nischen besetzten. Es ist eine Liebeserklärung an das langsame, gemütliche Bauen und die tiefe Befriedigung, wenn am Ende die Bilanz stimmt und das virtuelle Königreich floriert.
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