Studienarbeit aus dem Jahr 2026 im Fachbereich Literaturwissenschaft, FernUniversität Hagen, Sprache: Deutsch, Abstract: In "Der Parasit" entwickelt Michel Serres die These, dass Kommunikation grundsätzlich von Störungen begleitet ist und dass Identität sowie soziale Ordnung nicht trotz, sondern durch Unterbrechung und Rauschen entstehen. Der Parasit fungiert dabei als Modell für Prozesse, die Systeme strukturieren und zugleich destabilisieren. Störung erscheint somit als konstitutives Element sozialer Ordnung. Vor diesem theoretischen Hintergrund wird Don DeLillos Roman "White Noise" als literarische Darstellung einer von Medien, Datenströmen und Informationsrauschen geprägten Gesellschaft untersucht. Die Figuren bewegen sich in einem medial geprägten Umfeld und versuchen, ein kohärentes Selbstverständnis auszubilden. Die Arbeit verknüpft Serres' Störungstheorie mit einer textnahen Analyse von "White Noise", um zu untersuchen, wie parasitäre Prozesse Wahrnehmung, Subjektbildung und soziale Beziehungen strukturieren und wie sich Identität unter Bedingungen medialer Verdichtung und permanenter Informationszirkulation konstituiert.