Er gehörte zu den bekanntesten Protestanten seiner Zeit und wurde sogar als Diplomat Gottes oder auch als Papst der Ökumene bezeichnet: der niederländische Theologe Willem Adolf Visser 't Hooft (19001985), der von 1948 bis 1966 der erste Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen war. Erstmals wird sein Leben hier in einer wissenschaftlichen Biografie vorgestellt. Eng verwoben mit den großen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts, wie dem Aufstieg Hitlers und des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkrieges, der Nachkriegszeit, der Entkolonialisierung und dem Kalten Krieg, zeichnet Jurjen Zeilstra ein vielschichtiges Bild des Menschenfischers Visser 't Hooft, der immer wieder junge Menschen für die Ökumene zu begeistern wusste.

Autorentext
Jurjen Albert Zeilstra, Dr. theol., Dr. hist., Jahrgang 1961, studierte Geschichte (1979-1986) und Theologie (1983-1989) an der Universität Utrecht. Er war Pfarrer an der Protestantischen Gemeinde Austerlitz bei Zeist (1990-1993), seit 1993 ist er Pfarrer an der Protestantischen Gemeinde Hilversum.

Inhalt
INHALT Einleitung 17 Bedeutung und Begrenzung einer Biografie 17 1. Thema und Hintergrund 17 2. Bereits erschienene Lebensbeschreibungen 20 3. Methode 23 Kapitel 1 29 Die Welt öffnet sich. 19001924 29 1.1 Einleitung 29 1.2 Eine Familie mit Status und Traditionen 30 1.3 Gymnasium: ein kleiner Philosoph 38 1.4 Studentenzeit in Leiden: Fragen und Antworten 40 1.5 Heirat von zwei »Sonnenkindern« 50 1.6 Zusammenfassung: Das Werden eines begeisterten Jugendarbeiters 56 Kapitel 2 59 Vorbereitungen fur die internationale Arbeit: Jugend- und Schulerarbeit. 19241939 59 2.1 Einleitung 59 2.2 Sekretar des YMCA im kriegszerstcrten Europa 62 2.3 Botschafter fur den YMCA 69 2.4 Bruckenbauer zwischen Europaern und Amerikanern 73 2.5 Sekretar des WSCF in einem erneut bedrohten Europa 77 2.6 Christlicher Realismus, kein internationaler Idealismus 86 2.7 Eine »deutsche Revolution«? 92 2.8 Ein »Nein« zur Mission 99 2.9 Sekretar des Okumenischen Rates der Kirchen im Aufbau 109 2.10 Der charismatische Studentenfuhrer 114 Kapitel 3 117 Okumene in Kriegszeiten. 19391945 117 3.1 Einleitung 117 3.2 Das erste Kriegsjahr in Genf: Isolation oder Knotenpunkt? 118 3.3 Die Interpretation des Krieges 121 3.4 Visser 't Hooft, Karl Barth und das Sprechen der Kirche 125 3.5 Naturliche Theologie: Stolperstein oder verbindende Basis? 129 3.6 Okumenische Arbeit mit Fluchtlingen und Kriegsgefangenen 132 3.7 Okumene und die Judenvernichtung 142 3.8 Eine Kirche, ein Europa: Dietrich Bonhoeffer 150 3.9 Das Memorandum von Adam von Trott zu Solz 154 3.10 Die zögerliche Stimme der Okumene 157 Kapitel 4 161 Vom »geistlichen Kontakt« zum politischen Engagement: Der Schweizer Weg 19421944 161 4.1 Einleitung 161 4.2 »Holland außerhalb Hollands« 162 4.3 Vom Boten zum Berater der Regierung 165 4.4 Besuch in London, 1942 173 4.5 Organisator des Schweizer Weges 175 4.6 Visser 't Hooft und der niederlandische Widerstand 177 4.7 Informationen uber den Schweizer Weg 180 4.8 Unterstutzung des zivilen Widerstandes 184 4.9 Die Befreiung der Niederlande und die Enquetekommission 191 4.10 Berater der Regierung 196 Kapitel 5 199 Auf dem Weg zum Okumenischen Rat der Kirchen: Versöhnung und Wiederaufbau 19451948 199 5.1 Einleitung 199 5.2 Kirchen helfen beim Wiederaufbau 200 5.3 Stuttgart 1945: »Helfen Sie uns, damit wir helfen können« 204 5.4 Vergangenheitsbewaltigung: Martin Niemöller als Prophet der Okumene 211 5.5 »Das Unrecht wollen wir nicht rechtens nennen« 214 5.6 Diplomatie auf der Grundlage ordentlicher Vereinbarungen 216 5.7 Das Studienzentrum Bossey: Anreiz zur »Okumenischen Theologie«? 218 5.8 Amsterdam 1948: »Verantwortliche Gesellschaft« 221 5.9 Zwei Ablehnungen sind zwei Herausforderungen 228 5.10 Der entschlossene Pragmatiker 230 Kapitel 6 233 Generalsekretar des Okumenischen Rates der Kirchen: 19481966 233 6.1 Einleitung 233 6.2 Atta zu Hause und »der Patron« beim Okumenischen Rat 235 6.3 Leitgedanken des Okumenischen Rates 242 6.4 Evanston 1954: Hoffen, aber worauf? 246 6.5 Das »Wachteramt« des Okumenischen Rates 250 6.5.1 Ein muhsames Thema: Israel und die Palastinenser 252 6.5.2 Eine gemaßigte Herangehensweise: Apartheid 257 6.5.3 Durch das Nadelöhr: die Zypernkrise 260 6.5.4 Verfahrensprobleme: die Kuba-Krise 264 6.6 Die unentbehrliche Notwendigkeit der Mission 266 6.7 »Wutende junge Kirchenmanner« 273 6.8 Neu Delhi 1961: Krönung und Entfremdung 275 6.9 Kein ökumenischer Konsens in der Ekklesiologie 280 6.10 Der Theologe als Diplomat 290 Kapitel 7 295 Kalter Krieg, Okumene und östliche Orthodoxie. 19481966 295 7.1 Einleitung 295 7.2 Pflege alter Kontakte 296 7.3 Theologie und Praxis 299 7.4 Der dritte Weg zwischen Ost und West 301 7.5 Was können die Kirchen fur den Frieden tun? 303 7.6 Strategischer Denkerin Toronto 307 7.7 Auf der Suche nach Heiligen in Russland 308 7.8 Eine Bereicherung fur den Okumenischen Rat? 316 7.9 Politik in der Debatte 319 7.10 Der umstrittene Bruckenbauer 326 Kapitel 8 329 Römisch-katholische Kontakte: »Nostra res agitur«. 19481969 329 8.1 Einleitung 329 8.2 Eine Quelle des Ärgers: Die römisch-katholische Ablehnung 330 8.3 Ekklesiologische Erkundungen und die Gefahr der Superkirche 332 8.4 Visser 't Hooft und Willebrands: Zwei Tagesordnungen 335 8.5 Rhodos 1959: Verstoß gegen ökumenische Regeln 338 8.6 Zwei Niederlander in strategischen Positionen 340 8.7 Das Zweite Vatikanische Konzil: »Nostra res agitur« 344 8.8 Andauernde Versuche, sich gegenseitig zu uberzeugen 350 8.9 Der Besuch des Papstes in Genf 1969: »Mon nom est Pierre« 356 8.10 Der Architekt des stockenden Dialogs 359 Kapitel 9 363 Veralteter Institutionalismus? Lebensabend: 19661985 363 9.1 Einleitung 363 9.2 Ein Abschied, der kein Abschied war 364 9.3 Uppsala 1968: der Wendepunkt 372 9.4 Utrecht 1972: Hat die institutionelle Okumene Zukunft? 378 9.5 Als Pilger zu Gast bei der Elite und verloren im Massentourismus 384 9.6 Nairobi 1975: Enttauscht und isoliert 387 9.7 Mitglied der Groupe Bellerive 391 9.8 Im Alter von 80 Jahren: Ein zorniger alter Mann? 394 9.9 Emanzipation und die Vaterschaft Gottes 399 9.10 Noch einmal: Der Okumenische Rat und die römisch-katholische Kirche 401 9.11 »Keine Angst vor dem Tod« 413 9.12 Der »elder statesman« der Okumene 417 Kapitel 10 421 Die Sicht auf Rembrandt und die Sicht auf Visser 't Hooft 421 10.1 Einleitung 421 10.2 Ehrungen fur einen Diener 422 10.3 Die Sicht auf Rembrandt 424 10.4 »Meine Sache auf Nichts gestellt« 429 10.5 Erinnerungen und Beschreibungen nach seinem Tod 432 Schlussbetrachtung 437 Ruckblick auf ein Leben fur die Okumene 437 Anmerkungen 445 Quellen und Literatur 491 1. Archive und unveröffentlichte Primarquellen 491 2. Mundliche Quellen 492 3. Digitale Quellen 492 4. Veröffentlichte und unveröffentlichte Schriften von W. A. Visser't Hooft 493 5. Veröffentlichte Quellen und Sekundarliteratur 502 6a. Zeitungen und Wochenmagazine (nach Autornamen sortiert) 514 6b. Zeitungen und Wochenmagazine: Verweise nach einzelnen Ausgaben 514 Namensregister 517
Titel
Willem Adolf Visser t Hooft
Untertitel
Ein Leben für die Ökumene
Übersetzer
EAN
9783374063772
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
01.11.2020
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
9.85 MB
Anzahl Seiten
560
Lesemotiv