Studienarbeit aus dem Jahr 2026 im Fachbereich Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Note: 1,7, (IU Internationale Hochschule), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Seminararbeit untersucht heilpädagogische Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom (FAS) im Alter von 6 bis 10 Jahren in der stationären Jugendhilfe und ordnet diese entwicklungspsychologisch ein. Im Grundschulalter stehen insbesondere die Entwicklung von Emotionsregulation, Impulskontrolle, sozialer Kompetenz und eines stabilen Selbstkonzepts im Mittelpunkt. Diese Prozesse sind stark von verlässlichen Beziehungen und stabilen Umweltbedingungen abhängig. Kinder mit FAS zeigen aufgrund pränataler Alkoholexposition irreversible Beeinträchtigungen in kognitiven, emotionalen und sozialen Bereichen. Häufig besteht eine Diskrepanz zwischen chronologischem Alter und tatsächlichem Entwicklungsstand, insbesondere im Bereich der Selbstregulation, des Regelverständnisses und der sozialen Interaktion. In der stationären Jugendhilfe treffen diese Entwicklungsbesonderheiten auf institutionelle Anforderungen wie Gruppenleben, feste Strukturen und wechselnde Bezugspersonen, was zusätzliche Belastungen mit sich bringen kann. Im Fokus der Arbeit stehen zwei heilpädagogische Interventionen: Erstens strukturierende und handlungsorientierte Maßnahmen wie klare Tagesabläufe, Rituale und visuelle Pläne, die Orientierung bieten und Überforderung reduzieren. Zweitens die beziehungsgestützte Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen durch verlässliche Bezugspersonen, Co-Regulation und konkrete soziale Lernerfahrungen. Abschließend werden Chancen und Grenzen dieser Ansätze reflektiert. Heilpädagogische Interventionen können Entwicklung stabilisieren und Teilhabe ermöglichen, stoßen jedoch aufgrund der irreversiblen Beeinträchtigungen und institutioneller Rahmenbedingungen an Grenzen.