18! Glückwünsch zu vielen neuen Freiheiten. Aber auch zu Pflichten und Verantwortungen, die sich aus der Volljährigkeit ergeben. Alles, was du jetzt darfst, kannst oder muss, steht in diesem praktischen Ratgeber: Führerschein, Ausbildung und Freiwilliges Soziales Jahr, Ausbildung, Studium oder der Weg ins Ausland, Versicherungen, Rentenplan oder Selbstständigkeit, Vermögensbildung, Steuererklärung oder Online-Banking: Was immer du über deine Zukunft wissen kannst, steht in diesem Buch.

Leseprobe
Raus von Zuhaus

Dass es an der Zeit ist auszuziehen, ist oft keine Erkenntnis, die in häuslicher Harmonie reift. Abgesehen von den Fällen, in denen Job oder Ausbildung jemanden in eine andere Gegend verschlagen, ist es häufig auch Streit, der den Entschluss reifen lässt: Jetzt aber raus hier! Euren Eltern geht es dabei keinen Deut anders.

Im Grunde genommen ist die Sache ganz einfach: Eure Eltern können nicht mehr, und ihr, ihr wollt nicht mehr. Eltern beanspruchen im gleichen Maße Ruhe für sich wie ihr Freiraum für euren Spaß. Es geht nun mal nicht, mit dem gesamten Deutsch-Leistungskurs um Mitternacht in der Familienküche aufzukreuzen, Spaghetti für alle zu kochen, dabei lautstark Kanye West zu hören - und so euren Eltern den ersten Sex seit drei Monaten zu verderben.

Aber ihr werdet sehen: Einige Zeit nach dem Auszug ist es dann wieder ganz nett, mal bei den Eltern vorbeizuschauen. Abstand tut gut. Und das Essen daheim, das schmeckt dann besser als je zuvor.
EINE EIGENE WOHNUNG SUCHEN

Entweder ihr studiert die Anzeigen genau, die ein bis zwei Mal pro Woche in der Tageszeitung oder den kostenlosen Anzeigenblättern einer Stadt stehen, oder ihr sucht online nach Wohnungsangeboten. Im Netz gibt es Wohnungsbörsen, die Webseite der Tageszeitung oder des Stadtmagazins und natürlich auch Maklerangebote. Gefällt euch ein Angebot: Mailen oder anrufen und einen Besichtigungstermin vereinbaren. Zur Besichtigung nehmt ihr am besten jemanden mit, der Erfahrung hat. Ihr solltet gründlich in jede Ecke gucken und horchen, wie laut die Umgebung ist. Falls es Mängel (undichte Fenster, Risse in den Fliesen, feuchte Stellen) gibt: Unbedingt beanstanden! So kann man den Mietpreis manchmal nach unten drücken oder die Beseitigung der Mängel auf Kosten des Vermieters erreichen. Manchmal lassen Vermieter auch mit sich reden, wenn man lieber Laminat statt Teppich haben will oder ähnliche Wünsche hegt. Aber wirklich nur manchmal und auch nur dann, wenn es nicht noch hundert andere Bewerber für eine Wohnung gibt.

Bis vor kurzem konnten Makler , wenn sie eine Wohnung vermittelt haben, eine saftige Vermittlungsprovision ("Courtage") von den neuen Mietern einstreichen. Das hat sich geändert. Seit Mitte 2015 gilt das "Bestellerprinzip bei der Vermittlung". Demzufolge müsst ihr einen Makler nur dann bezahlen, wenn ihr selbst ihn mit der Wohnungssuche beauftragt habt. Sonst nicht!

Ein Geldbündel, das ihr aber bereithalten müsst, ist die Kaution . Sie beträgt in der Regel zwei bis drei Kaltmieten, geht an den Vermieter und dient ihm als Sicherheit für eventuell von euch verursachte Schäden. Spätestens sechs Monate nach Auszug aus der Wohnung solltet ihr die Kaution zurückbekommen, sofern ihr keine Schulden beim Vermieter (zum Beispiel Außenstände bei den Nebenkosten) mehr habt. In der Zwischenzeit muss der Vermieter das Geld für euch anlegen, so dass dann ein paar Zinsen für euch herausspringen.

Bei der Wohnungswahl solltet ihr auch die Lage und die Infrastruktur gründlich bedenken! Kurze Wege sind das Geheimnis. Wenn ihr kein Auto besitzt, sollte die nächste Haltestelle öffentlicher Verkehrsmittel nicht weit entfernt liegen. Komfortabel und ruhig im Grünen zu logieren mag großartig sein. Kartoffeln und Bier zwei Kilometer vom nächsten Supermarkt bis nach Hause zu schleppen macht dann aber schnell keinen Spaß mehr. Ganz schlecht wohnt es sich übrigens über Imbissbuden, unter Fitnessstudios, an Autobahnzubringern, in Industriegebieten und neben einem frisch verliebten Pärchen.

Und noch etwas: Betretet ihr bei der Wohnungssuche einen Hausflur, in dem vier Kinderwagen und sechs Dreiräder stehen, sollte euch klar sein: Hier ist ab 19 Uhr Schluss mit lustig und dafür ab 6 Uhr früh Remmidemmi! Für Partys und nachfolgendes Ausschlafen sind WG-Häuser dann doch besser geeignet.

Viele Ve
Titel
18!
Untertitel
Was du darfst, was du musst, was du kannst
EAN
9783732526109
ISBN
978-3-7325-2610-9
Format
E-Book (epub)
Altersempfehlung
ab 16 Jahre
Hersteller
Herausgeber
Veröffentlichung
07.01.2016
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
5.88 MB
Anzahl Seiten
238
Jahr
2016
Untertitel
Deutsch
Auflage
1. Aufl. 2016
Lesemotiv