Es gilt als das "achte Weltwunder" und sein Verbleib ist eines der größten Rätsel der Geschichte. Doch der Historiker Konrad Wegner beschäftigt sich in "Das Phantom aus Gold" nicht mit wilden Verschwörungstheorien oder Schatzkarten. Stattdessen liefert er eine nüchterne, logistische Analyse des Verschwindens des Bernsteinzimmers. Wegner rekonstruiert die letzten Tage im Königsberger Schloss 1945. Er analysiert Frachtlisten, Transportkapazitäten der Wehrmacht und die chemischen Eigenschaften von Bernstein, der extrem hitzeempfindlich und brüchig ist. Seine These: Das Zimmer wurde nicht in einem geheimen Stollen versteckt, sondern ist wahrscheinlich Opfer der banalen Brutalität des Krieges geworden - verbrannt im Bombenhagel oder zerfallen durch unsachgemäße Lagerung. Das Buch beleuchtet auch die psychologische Seite der Suche: Warum können wir nicht akzeptieren, dass Schönheit unwiederbringlich zerstört ist? Wegner erzählt die Geschichte der Obsession von Schatzsuchern, Stasi-Agenten und Kunsthistorikern, die ihr Leben der Jagd nach einem Geist verschrieben haben. Eine faszinierende Entzauberung eines Mythos.
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