Der Begriff "Quiet Quitting" ging viral, doch das Phänomen ist alt. Der Arbeitspsychologe Lars Edinger analysiert in "Dienst nach Vorschrift", warum immer mehr Arbeitnehmer innerlich abschalten und nur noch das Nötigste tun. Anders als viele Kritiker sieht Edinger darin keine Faulheit der Gen Z, sondern einen rationalen Selbstschutzmechanismus gegen eine entgrenzte Arbeitswelt. Edinger seziert das gebrochene Versprechen des Kapitalismus: "Wer mehr leistet, bekommt mehr." In einer Welt, in der Mehrleistung oft nur mit noch mehr Arbeit statt mit Aufstieg belohnt wird, ist Minimalismus die logische Antwort. Das Buch richtet sich sowohl an frustrierte Angestellte, die sich schuldig fühlen, als auch an Führungskräfte. Edinger zeigt, dass Pizza-Partys und Obstkörbe keine toxische Kultur heilen. Er fordert eine Rückkehr zu klaren Jobbeschreibungen und echter Wertschätzung. Wer verstehen will, warum die Produktivität sinkt, obwohl alle beschäftigt wirken, muss dieses Buch lesen.
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