Wir leben in einer Kultur der Optimierung, die uns suggeriert: "Du kannst alles haben." Die Psychologin Lisa Meissner argumentiert in "Die Erwartungsfalle", dass genau dieser Satz das Rezept für chronische Unzufriedenheit ist. Meissner analysiert die "Lücke zwischen Anspruch und Realität" als Hauptursache für moderne Depressionen und Beziehungskrisen. Das Buch dekonstruiert die "Drehbuch-Fantasien", die wir für unser Leben entwerfen (der perfekte Partner, der Traumjob, das brave Kind). Wenn die Realität von diesem Drehbuch abweicht, empfinden wir das als Scheitern, obwohl es nur das normale Leben ist. Meissner plädiert für einen "radikalen Realismus". Sie zeigt Techniken, wie man implizite Erwartungen ("Mein Partner muss wissen, was ich denke") explizit macht und enttäuschende Situationen neu bewertet ("Re-Framing"). Das Ziel ist nicht Resignation, sondern die Freiheit, das Gute im Unperfekten zu sehen. Ein Buch, das lehrt, dass Glück oft nicht darin besteht, mehr zu bekommen, sondern weniger zu erwarten.
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