Das Smartphone gilt als praktisches Werkzeug, als Kommunikationsmittel, als Schlüssel zur Welt. Doch was geschieht, wenn Erreichbarkeit zur Selbstverständlichkeit wird, Reaktion zur Pflicht und Abwesenheit zur Irritation? Dieses Buch geht der Frage nach, wie aus einem technischen Gerät schleichend eine gesellschaftliche Konstante wurde - und warum seine Nutzung weniger mit Bequemlichkeit als mit Abhängigkeit zu tun hat. Nicht im Sinne individueller Schwäche, sondern als Folge einer Umwelt, die permanente Verbindung voraussetzt. Im Zentrum steht die Handysucht als kulturelles Phänomen. Sie zeigt sich nicht nur im exzessiven Konsum von Inhalten, sondern in der Angst vor dem Verbindungsabbruch: Nomophobie. Die Abhandlung beleuchtet die neurobiologischen Mechanismen von Belohnung und Erwartung ebenso wie die sozialen Dynamiken von Sichtbarkeit, Selbstinszenierung und digitaler Präsenz. Das Smartphone erscheint dabei als Objekt mit doppelter Funktion: als technisches Hilfsmittel und zugleich als Träger von Identität, Erinnerung und sozialem Status. Ohne Alarmismus und ohne moralische Zuschreibungen zeichnet das Buch ein präzises Bild einer Epoche, in der Technik nicht mehr genutzt wird, sondern genutzt werden muss. Es fragt, wie sich Zeit, Aufmerksamkeit und Körperhaltung verändern, wenn das Gerät stets griffbereit ist - und was es über eine Gesellschaft sagt, die ihre Zugänge zur Welt in der Hosentasche trägt.



Autorentext

Lutz Spilker wurde am 17.2. des Jahres 1955 in Duisburg geboren. Bevor er zum Schreiben von Büchern und Dokumentationen fand, verließen bisher unzählige Kurzgeschichten, Kolumnen und Versdichtungen seine Feder. In seinen Veröffentlichungen befasst sich Lutz Spilker vorrangig mit dem menschlichen Bewusstsein und der damit verbundenen Wahrnehmung. Ihn fasziniert die Tatsache, dass zu jeder weiteren Sekunde neue Erkenntnisse existieren. »Ich liebe die Sprache: Sie vermag zu streicheln, zu liebkosen und zu Tränen zu rühren. Doch sie kann ebenso stachelig sein, wie der Dorn einer Rose und mit nur einem Hieb zerschmettern.«

Titel
Die Erfindung der Handysucht
Untertitel
Gesellschaftsdroge, Nomophobie und Selbstinszenierung
EAN
9783565223916
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Veröffentlichung
04.02.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
3.3 MB
Anzahl Seiten
284