Island, 2040: Aliens, die von anderen Aliens verfolgt werden, verschlägt es auf die Insel im Nordmeer. Einige Einheimische, denen sie ein besonderes Lebenselixier versprechen, verstecken sie. Deren Hilfe haben sie bitter nötig, weil ihnen nicht nur eindlich gesinnte Außerirdische an den Kragen wollen. Auch eine zusammengewürfelte Truppe amerikanischer Weltraumpolizisten, die sie einkassieren will, bevor es die internationale Konkurrenz tut, ist ihnen auf den Fersen. Aber sie erhalten auch unerwartet Hilfe - von zwei Menschen mit ganz speziellen Kräften. Die dreibändige Engelsjünger-Saga präsentiert in einzigartiger Weise Science Fiction, die nahezu ausschließlich auf der Erde stattfindet. Ein Epos, das eine neuartige E.T.-Story für Erwachsene entrollt mit Aliens, die nach Hause wollen und vor ihren Verfolgern auf der Hut sein müssen. Jeder Band der Engelsjünger-Saga ist in sich abgeschlossen und nahezu unabhängig von den anderen Bänden lesbar. Manfred Schumacher lebt in Rheinhessen, studierte Anglistik/Amerikanistik, Politik und Philosophie und promovierte über ein literaturwissenschaftliches Thema. Später leitete er eine PR-Agentur. Im vss-Verlag erschienen bereits von ihm der historische Roman Der Hurenwagen (2021), der Katastrophen-Thriller Eiskalte Berge (2022) sowie in Zusammenarbeit mit seiner Tochter Eva Vanessa Nagel unter dem Pseudonym E.M. Schumacher - der 1. Band der dreibändigen Engelsjünger-Saga mit dem Titel Das Geheimnis der Wächter (ebenfalls 2022), sowie als alleiniger Autor mit dem Titel Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Kristall den zweiten Band der Saga.
Leseprobe
Notteri, Sardinien 26. September, 2028 Der überschaubare Ort an der Südspitze Sardiniens versprühte an diesem Dienstagmorgen rein gar nichts von seinem mediterranen Charme, weswegen ihn Touristen fast rund ums Jahr aufsuchten. Das Wetter war trüb, der Himmel bedeckt und trist. Es nieselte stark und das Wasser in den Buchten ringsum war bleigrau und stumpf. Auch die Lagune, die sich abseits vom Strand bei Notteri am Südzipfel der Insel ausbreitete und ihr den Namen gab, Stagno di Notteri, lag dunkel hinter einem grauen Nebelschleier. Mariedda Sanna bemerkte es, als sie nach links aus dem Wagenfenster blickte. Sie schaute hinüber auf das Wasser, dessen Oberfläche sich im Regen kräuselte. Jenseits davon fiel ihr Blick auf die Kuppe an der Westspitze der Landzunge, wo sie die dunklen, schemenhaften Umrisse der alten Festung wahrnahm. Sie sah wieder nach vorn, blickte auf den nassen Straßenbelag und lauschte dem quietschenden Geräusch der Scheibenwischer, die über die Frontscheibe kratzten. Sie reckte den Hals und suchte im Rückspiegel das verschlafene, blonde Gesicht ihrer Tochter auf der Rückbank. Mariella schien noch vor sich hin zu dösen. Mariedda löste ihren Blick von der Kleinen und ihre Augen wanderten im Spiegel hinüber zu Alessio, dessen von schwarzen Locken eingerahmtes Gesicht an der Seitenscheibe klebte. Er starrte gelangweilt auf die Lagune, die an ihm vorbeizog. Mariedda seufzte und sah wieder nach vorn auf die Straße. Während sie den Bogen um die Lagune nahm, machte sie sich zum zigsten Mal Gedanken darüber, wie Mariella wohl im Instituto mit den anderen Kindern, ihren neuen Schulkameradinnen, zurechtkommen würde. Es war noch viel zu früh, etwas darüber zu sagen, gestand sie sich ein. Mariella war erst vor wenigen Tagen frisch eingeschult worden, und Mariedda hatte auf die Fragen, wie es denn in der Schule gewesen war, wenig aus ihr herausbekommen. Am nahen Wasser staksten ein paar einsame Flamingos herum, die der Regen nicht davon abhielt, in der seichten, brackigen Brühe der Lagune nach Nahrung zu stochern. Das lenkte Mariedda von ihren Gedanken ab. Sie setzte den Blinker nach links und bog auf die Via dei Ginepri. Vielleicht hätten sie doch vor Jahren in den Westen der Insel ziehen sollen, kam ihr plötzlich wieder in den Sinn. Sie strich sich eine dunkle Locke ihres langen Haars aus der Stirn, das ihr tief über den Rücken fiel. Es fröstelte sie auf einmal und sie zog sich die Strickjacke fester um die Schultern. Sie hatte sich die Frage seither öfter gestellt. Sergio und sie hatten es sich damals überlegt, nachdem Sergios Vater gestorben war. Seine Mutter lebte seither allein in einem recht großen Haus und hätte sich gewiss darüber gefreut, wenn sie zu ihr nach Nebida gezogen wären, das ja auch Sergios frühere Heimat war. Sie hätten es vielleicht tun sollen, ging Mariedda durch den Kopf. Sie bog in die Via dei Giunchi ab. Vielleicht hätten sie es damals wirklich tun sollen. Das Leben in den Bergen des Südwestens verlief anonymer und einsamer als an der Südspitze mit Nachbarn ringsherum, die sich gern hinter vorgehaltener Hand über anderer Leute Dinge den Mund zerredeten. Über Mariella hatten sie es getan, sehr früh sogar. Hauptsächlich wegen ihres fremdartigen Aussehens. Jetzt mit sechs war sie im Vergleich zu Gleichaltrigen, auch den Jungs, lang wie eine Latte und hatte flachsblondes Haar. Schwerer fiel noch ein anderer Unterschied ins Gewicht. Die anderen Kinder hänselten sie wegen ihrer langen Finger. Es hatte im Kindergarten angefangen. Sie habe Finger wie eine Spinne, hatte sie ihr zu Hause traurig erzählt. Spinnenfinger würden sie sie nennen. Mariella Spinnenfinger. Habe ich wirklich viel zu lange Finger, Mama, hatte sie ängstlich gefragt. Mariedda hatte sie immer wieder beruhigt, aber die Hänseleien waren geblieben. Mariedda hoffte, dass es jetzt in der Grundschule besser würde. Dass sich ihre kleine Tochter in ihrer neuen Klasse wohlfühlen würde. Mariedda reckte erneut den Hals und warf im Rückspiegel einen kurzen Blick auf Mariella. Dann schaute sie wieder nach vorn, sah das vor wenigen Jahren neu erbaute Instituto Comprensivo von Villasimius vor sich und lenkte den weißen Fiat Punto in den Hof. Sie steuerte den Wagen auf den Bedienstetenparkplatz links von dem grün und weiß gestrichenen Gebäude. Glücklicherweise wusste keiner von Mariellas Kräften, schoss es ihr durch den Kopf, als sie den Motor ausschaltete und die Wagentür öffnete. Der Heiligen Mutter Gottes sei Dank! Sie unterdrückte den Impuls, das Kreuzzeichen zu schlagen, und stieg aus. Alessio hatte die hintere Wagentür bereits aufgedrückt und war eifrig damit beschäftigt, sich die Riemen seines Schulranzens über die Schultern zu streifen. Er war noch mitten in der Bewegung, als er sich bereits zum Hof hin umdrehte und quer über den breiten Asphaltplatz auf den Eingang zueilte. Zwei gleichaltrige Jungen nahmen ihn in Empfang und die drei verschwanden im Gebäude. Nur Sergio und sie wussten von den Kräften, dachte Mariedda erneut, als sie den Blick von der breiten gläsernen Eingangstür abwandte. Der Gedanke erfüllte sie mit Erleichterung. Und Sergios Mutter, korrigierte sie sich. Ihre Schwiegermutter ebenfalls, weil Mariella sie vor zwei Jahren mit ihrem außergewöhnlichen Handauflegen von einem ekligen Bandscheibenleiden befreit hatte. Auch Alessio hatte es an dem Tag, als sie Mariella in der Bucht gefunden hatten, mitbekommen. Erstaunt dreingeschaut hatte er, als seine künftige kleine Schwester das lädierte Handgelenk seiner Mutter geheilt hatte. Aber er war noch zu klein gewesen, um es im Gedächtnis zu behalten. Er hatte es einfach vergessen und nie mehr danach gefragt. Mariedda strich sich ihren Rock glatt und umrundete den Punto. Sie öffnete die hintere Wagentür und warf Mariella einen auffordernden Blick zu. Na, komm schon! Du wirst hier bestimmt viele Freundinnen finden, mein Schatz, munterte sie ihre Tochter auf, während sie die Beifahrertür aufriss. Sie schnappte sich die geräumige Umhängetasche und klappte die Tür zu. Mariella war schweigsam, während ihr Mariedda dabei half, die Riemen des bunten Scout-Ranzens über die Schultern zu bekommen. Lustlos arbeitete Mariella daran mit, und sie blieb schweigsam, bis sie die Treppe zum oberen Stockwerk betraten. Ella ist ganz nett, sagte sie plötzlich, als sie den Treppenabsatz erreichten. Sie schaute zu ihrer Mutter…
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Notteri, Sardinien 26. September, 2028 Der überschaubare Ort an der Südspitze Sardiniens versprühte an diesem Dienstagmorgen rein gar nichts von seinem mediterranen Charme, weswegen ihn Touristen fast rund ums Jahr aufsuchten. Das Wetter war trüb, der Himmel bedeckt und trist. Es nieselte stark und das Wasser in den Buchten ringsum war bleigrau und stumpf. Auch die Lagune, die sich abseits vom Strand bei Notteri am Südzipfel der Insel ausbreitete und ihr den Namen gab, Stagno di Notteri, lag dunkel hinter einem grauen Nebelschleier. Mariedda Sanna bemerkte es, als sie nach links aus dem Wagenfenster blickte. Sie schaute hinüber auf das Wasser, dessen Oberfläche sich im Regen kräuselte. Jenseits davon fiel ihr Blick auf die Kuppe an der Westspitze der Landzunge, wo sie die dunklen, schemenhaften Umrisse der alten Festung wahrnahm. Sie sah wieder nach vorn, blickte auf den nassen Straßenbelag und lauschte dem quietschenden Geräusch der Scheibenwischer, die über die Frontscheibe kratzten. Sie reckte den Hals und suchte im Rückspiegel das verschlafene, blonde Gesicht ihrer Tochter auf der Rückbank. Mariella schien noch vor sich hin zu dösen. Mariedda löste ihren Blick von der Kleinen und ihre Augen wanderten im Spiegel hinüber zu Alessio, dessen von schwarzen Locken eingerahmtes Gesicht an der Seitenscheibe klebte. Er starrte gelangweilt auf die Lagune, die an ihm vorbeizog. Mariedda seufzte und sah wieder nach vorn auf die Straße. Während sie den Bogen um die Lagune nahm, machte sie sich zum zigsten Mal Gedanken darüber, wie Mariella wohl im Instituto mit den anderen Kindern, ihren neuen Schulkameradinnen, zurechtkommen würde. Es war noch viel zu früh, etwas darüber zu sagen, gestand sie sich ein. Mariella war erst vor wenigen Tagen frisch eingeschult worden, und Mariedda hatte auf die Fragen, wie es denn in der Schule gewesen war, wenig aus ihr herausbekommen. Am nahen Wasser staksten ein paar einsame Flamingos herum, die der Regen nicht davon abhielt, in der seichten, brackigen Brühe der Lagune nach Nahrung zu stochern. Das lenkte Mariedda von ihren Gedanken ab. Sie setzte den Blinker nach links und bog auf die Via dei Ginepri. Vielleicht hätten sie doch vor Jahren in den Westen der Insel ziehen sollen, kam ihr plötzlich wieder in den Sinn. Sie strich sich eine dunkle Locke ihres langen Haars aus der Stirn, das ihr tief über den Rücken fiel. Es fröstelte sie auf einmal und sie zog sich die Strickjacke fester um die Schultern. Sie hatte sich die Frage seither öfter gestellt. Sergio und sie hatten es sich damals überlegt, nachdem Sergios Vater gestorben war. Seine Mutter lebte seither allein in einem recht großen Haus und hätte sich gewiss darüber gefreut, wenn sie zu ihr nach Nebida gezogen wären, das ja auch Sergios frühere Heimat war. Sie hätten es vielleicht tun sollen, ging Mariedda durch den Kopf. Sie bog in die Via dei Giunchi ab. Vielleicht hätten sie es damals wirklich tun sollen. Das Leben in den Bergen des Südwestens verlief anonymer und einsamer als an der Südspitze mit Nachbarn ringsherum, die sich gern hinter vorgehaltener Hand über anderer Leute Dinge den Mund zerredeten. Über Mariella hatten sie es getan, sehr früh sogar. Hauptsächlich wegen ihres fremdartigen Aussehens. Jetzt mit sechs war sie im Vergleich zu Gleichaltrigen, auch den Jungs, lang wie eine Latte und hatte flachsblondes Haar. Schwerer fiel noch ein anderer Unterschied ins Gewicht. Die anderen Kinder hänselten sie wegen ihrer langen Finger. Es hatte im Kindergarten angefangen. Sie habe Finger wie eine Spinne, hatte sie ihr zu Hause traurig erzählt. Spinnenfinger würden sie sie nennen. Mariella Spinnenfinger. Habe ich wirklich viel zu lange Finger, Mama, hatte sie ängstlich gefragt. Mariedda hatte sie immer wieder beruhigt, aber die Hänseleien waren geblieben. Mariedda hoffte, dass es jetzt in der Grundschule besser würde. Dass sich ihre kleine Tochter in ihrer neuen Klasse wohlfühlen würde. Mariedda reckte erneut den Hals und warf im Rückspiegel einen kurzen Blick auf Mariella. Dann schaute sie wieder nach vorn, sah das vor wenigen Jahren neu erbaute Instituto Comprensivo von Villasimius vor sich und lenkte den weißen Fiat Punto in den Hof. Sie steuerte den Wagen auf den Bedienstetenparkplatz links von dem grün und weiß gestrichenen Gebäude. Glücklicherweise wusste keiner von Mariellas Kräften, schoss es ihr durch den Kopf, als sie den Motor ausschaltete und die Wagentür öffnete. Der Heiligen Mutter Gottes sei Dank! Sie unterdrückte den Impuls, das Kreuzzeichen zu schlagen, und stieg aus. Alessio hatte die hintere Wagentür bereits aufgedrückt und war eifrig damit beschäftigt, sich die Riemen seines Schulranzens über die Schultern zu streifen. Er war noch mitten in der Bewegung, als er sich bereits zum Hof hin umdrehte und quer über den breiten Asphaltplatz auf den Eingang zueilte. Zwei gleichaltrige Jungen nahmen ihn in Empfang und die drei verschwanden im Gebäude. Nur Sergio und sie wussten von den Kräften, dachte Mariedda erneut, als sie den Blick von der breiten gläsernen Eingangstür abwandte. Der Gedanke erfüllte sie mit Erleichterung. Und Sergios Mutter, korrigierte sie sich. Ihre Schwiegermutter ebenfalls, weil Mariella sie vor zwei Jahren mit ihrem außergewöhnlichen Handauflegen von einem ekligen Bandscheibenleiden befreit hatte. Auch Alessio hatte es an dem Tag, als sie Mariella in der Bucht gefunden hatten, mitbekommen. Erstaunt dreingeschaut hatte er, als seine künftige kleine Schwester das lädierte Handgelenk seiner Mutter geheilt hatte. Aber er war noch zu klein gewesen, um es im Gedächtnis zu behalten. Er hatte es einfach vergessen und nie mehr danach gefragt. Mariedda strich sich ihren Rock glatt und umrundete den Punto. Sie öffnete die hintere Wagentür und warf Mariella einen auffordernden Blick zu. Na, komm schon! Du wirst hier bestimmt viele Freundinnen finden, mein Schatz, munterte sie ihre Tochter auf, während sie die Beifahrertür aufriss. Sie schnappte sich die geräumige Umhängetasche und klappte die Tür zu. Mariella war schweigsam, während ihr Mariedda dabei half, die Riemen des bunten Scout-Ranzens über die Schultern zu bekommen. Lustlos arbeitete Mariella daran mit, und sie blieb schweigsam, bis sie die Treppe zum oberen Stockwerk betraten. Ella ist ganz nett, sagte sie plötzlich, als sie den Treppenabsatz erreichten. Sie schaute zu ihrer Mutter…
Titel
Die Flucht nach Megoy Ta
Untertitel
Band 3 der Engelsjünger-Saga
Autor
EAN
9783961273256
Format
E-Book (epub)
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
Hersteller
Veröffentlichung
15.04.2023
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.78 MB
Anzahl Seiten
428
Auflage
1. Auflage
Lesemotiv
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