Im vorliegenden Buch offenbaren authentische Fallberichte missbrauchter Psychotherapiepatientinnen und eines Täters die zerstörerischen Folgen des sexuellen Missbrauchs für die Opfer. Die kommentierten Fallgeschichten und deren Analyse durch Marga Löwer-Hirsch legen die Erschütterungen und Verstrickungen aufseiten der Interviewten offen und werden für professionell Tätige und Patientinnen hautnah nachvollziehbar.

Diese Neuauflage verfolgt das Ziel, das Thema der sexuellen Grenzverletzung in der Therapie öffentlich zu halten und weiterhin Mut zu machen, nicht nur ethische Standards zu etablieren, sondern das Thema in seiner Tiefendimension und Dynamik zu erfassen und in den Ausbildungen curricular zu vertiefen.

Autorentext
Marga Löwer-Hirsch ist in Düsseldorf und Berlin als Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin (DGSv) und Senior Coach (DBVC) tätig. Sie leitet das Fortbildungsinstitut für Analytische Supervision an der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf und ist Lehrbeauftragte an der International Psychoanalytic University. Sie publiziert in den Bereichen Psychoanalyse und Film sowie Psychoanalyse und Arbeitswelt. (Stand: Nov. 2016)

Inhalt
Vorwort Einführung Das Abstinenzgebot Grundlagen therapeutischer Arbeit Ethische Richtlinien und rechtliche Lage Vorkommenshäufigkeit und Geschlechterverteilung Schädigende Wirkungen Die Fallgeschichten Ingrid Else Kathrin Greta Greta (die »Folgetherapie«) Nora Lara Herta Sigrid Lisa Ulrike Susanne Kurt (der Therapeut) Die Fallgeschichten im Vergleich Einlassen Die Einzige, besonders sein, sich geschmeichelt fühlen Starke Kontaktwünsche Naivität Sexueller Missbrauch oder sexualisierte Familienatmosphäre in der Kindheit Missbrauchsphase aufrechterhalten Doppeldenk Autoritätskomplex Beziehungsversprechen Tuning out Geheimhaltung Pygmalion Der Wunsch nach Halt und Schutz wird sexuell beantwortet Rollenumkehr Verwirrtsein Dreieckskonstellationen Ablösung »Nicht die Einzige sein« Die Therapeuten Susanne ein Kontrastfall? Auswirkungen des Missbrauchs auf die Symptomatik der Patientinnen Diskussion Vergleich von Missbrauch in Therapien mit familiärem Missbrauch Asymmetrie der Beziehung Missbrauch ödipaler Wünsche in der Übertragung anstelle ihrer Anerkennung und Bestätigung Sexualität ein als Liebe erscheinender Akt der Aggression Wünsche der Patientin nach Schutz und Geborgenheit werden sexuell beantwortet Die narzisstische Komponente Keine ausschließliche »Opfer-Identität« der Patientin Das narzisstische Zusammenspiel: »Ritter Blaubart« und »Unglückskind« ein Exkurs Geschlechterrollen und ihre Relevanz für Missbrauchstherapien Die Asymmetrie Die Rollenumkehr »Doppeldenk« ermöglicht und unterhält Missbrauch Missbrauchstherapien zementieren biografische Muster Resümee Literatur
Titel
Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie
Untertitel
Fallgeschichten und Psychodynamik
EAN
9783837972856
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
01.03.2017
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
2.21 MB
Anzahl Seiten
158
Auflage
1. Auflage 2017
Lesemotiv