Bachelorarbeit aus dem Jahr 2025 im Fachbereich Kulturwissenschaften - Sonstiges, Note: 1,0, Universität Passau, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Bachelorarbeit untersucht die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland über die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Argentinien während der Fußball-Weltmeisterschaft 1978. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kritisch ARD-Sendungen wie Tagesschau, Tagesthemen und Sportsendungen in Hörfunk und Fernsehen mit der Militärdiktatur unter Jorge Rafael Videla umgingen und in welchem Umfang Menschenrechtsverletzungen thematisiert wurden. Anhand einer qualitativen Analyse von Archivmaterial wird gezeigt, dass die Berichterstattung während des Turniers zwischen journalistischer Kritik und politischer Zurückhaltung schwankte. Während die Menschenrechtslage vor und nach der WM deutlicher problematisiert wurde, dominierten während des sportlichen Großereignisses teilweise abgeschwächte oder euphemistische Darstellungen. Die Arbeit ordnet die Ergebnisse in den Kontext medialer Logiken von sportlichen Großveranstaltungen ein und reflektiert die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zwischen Informationsauftrag und politischer Sensibilität. Der Analyse gehen eine Einordnung der politischen und humanitären Lage während der Militärdiktatur unter Jorge Rafael Videla samt ihrer Vorgeschichte sowie ein Abschnitt über die Bedeutung der WM im eigenen Land für die Machthaber und die damit verbundene Instrumentalisierung des Sportereignisses voraus.