Eine archäologische Expedition, die ein sagenhaftes Schloss sucht, hat tatsächlich Erfolg. Doch sie finden mehr, als sie erwarteten. Denn hier haben sich in der Vergangenheit grauenvolle Dinge abgespielt und der alte Fluch ist auch nach all den Jahrhunderten noch immer lebendig. Ein extrem düsterer Horrorthriller und eine Hommage an alte Klassiker des Trash- und Exploitationkinos
Leseprobe
Die Seele, die die Ewigkeit erstrebt, muss sich dem Spiel des Todes unterwerfen Im Andenken an Amando de Ossorio Rodriguez (16.04. 1918 13.01. 2001) und Lucio Fulci (17.06. 1927 13.03. 1996) Die Nacht war absolut still. Nur ein paar vereinzelte Nachtvögel waren aus der Ferne zu hören. Woher es kam, ließ sich nicht wirklich ausmachen. Hier, in den Bergen, wurde jedes Geräusch von den Tälern weiter getragen. Und das Zirpen von Grillen. Vielleicht noch ein Windhauch. So heiß es tagsüber auch gewesen sein mochte, die Nächte in den Bergen waren verdammt kalt. Der Vollmond schien auf die Ruinen des alten Schlosses. Die Jahrhunderte, seit die Menschen es verlassen hatten, hatten das Gemäuer viel von seiner Pracht gekostet. Wind und Wetter hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Wehrmauern waren eingestürzt, die noch bestehenden Mauerreste waren nicht einmal mehr einen Meter hoch. Nur der Torbogen war noch intakt. Die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern hatten die Wände der Gebäude teilweise zum Einsturz gebracht. Die umstehenden Felsen waren trist und kahl. Doch wie durch einen kosmischen Zufall waren unzählige Ranken um das Schloss herum gewachsen und hielten es fest im Griff. Sie wuchsen an den Mauern und gruben ihre Wurzeln tief in den Mörtel. Der Bewuchs hatte der Wehrhaftigkeit mehr Schäden zugefügt, als es ganze Armeen vor so vielen Jahrhunderten vermocht hatten. Gleichzeitig machten die Pflanzen ein Eindringen so gut wie unmöglich. Vertrocknete Äste, Zweige und Gestrüpp hatten eine neue Mauer anstelle der alten Steinmauern gebaut. Gerade die toten Pflanzen an den äußeren Befestigungsanlagen wirkten besonders bedrohlich. Als ob sie jedem Vorbeikommenden sagen wollten, dass er schnell das Weite suchen solle, weil hier kein Leben verweilen könne. Das nächste Dorf war zwei Stunden Fußweg entfernt. Früher hatte es direkt unterhalb des Schlosses ein kleines Dörfchen gegeben. Doch als das Schloss schließlich aufgegeben wurde, zogen auch die Menschen fort, die dort lebten. Historiker vertraten die Ansicht, dass ohne den Schutz der Wehranlagen die Menschen den Angriffen eindringender Feinde hilflos ausgeliefert gewesen wären und deshalb in die Nähe eines anderen befestigten Schlosses oder einer Burg gezogen waren. Doch die Legende sagte etwas anderes. Hinter vorgehaltener Hand wurde von Spukerscheinungen und lebenden Toten gesprochen. Die Ritter eines von der Kirche verbannten Ordens sollten sich hier selbst lebendig verbrannt haben, um nach ihrem Tod als ewige Hüter über das Schloss zu wachen. Die drei Männer, die sich im Schutz der Dunkelheit über das Felsgeröll kämpften, hielten nicht viel von diesen Geschichten. Für sie zählten nur handfeste Dinge. Dinge, die man zu Geld machen konnte. Und genau die versprachen sie sich hier. Gerade die alten Legenden und die Unwegsamkeit des Geländes nährten ihre Hoffnungen, hier fündig zu werden. Touristen, die sonst gern auf solche Überlieferungen ansprangen, hatten diese Region noch nicht für sich entdeckt. In dieser tristen Einöde gab es nicht viel Anheimelndes, das sie angezogen hätte. Und die Menschen hier schienen auch kein Interesse an Besucherströmen zu haben. Selbst die drei Abenteurer hatten nur mit viel Mühe ein Quartier finden können. Das Dorf schien aus der gleichen Zeit zu stammen wie das Schloss selbst und die Zeit war hier scheinbar stehen geblieben. Es gab kein Internet, kein Telefon und auch keinen Fernsehempfang. Noch nicht einmal elektrischen Strom. Als ob sie wirklich wieder ins Mittelalter zurückgekehrt wären. Auch ihre eigenen Mobiltelefone hatten keinen Empfang. Es war den Dreien unverständlich, wieso hier überhaupt noch Menschen leben wollten. Die Einwohner waren auch nicht gerade freundlich. Nur mit viel Überredung und noch mehr Geld war ihnen schließlich ein Zimmer im Gasthof angeboten worden. Wohlgemerkt ein einziges Zimmer für alle drei zusammen. Und das, obwohl es noch weitere freie Zimmer gegeben hatte. Aber das war ihnen letzten Endes auch egal gewesen. Es ging ihnen nicht um Komfort und sie wollten auch keinen Urlaub machen. Auch wenn sie nicht an die alten Geschichten glaubten, etwas hatte ihre Neugier oder vielmehr ihre Gier doch geweckt. Die Rede war von einem riesigen Schatz. Angeblich sollte der Orden, der sich von den Templern abgespaltet hatte, über gewaltige Schätze verfügt haben. Schätze, die während der Kreuzzüge im Orient geraubt und später an die Templer übergegangen waren. Und niemand sollte es seither gewagt haben, diese zu suchen und an sich zu bringen. Selbst wenn an diesen Geschichten nichts dran sein sollte und es gar kein Gold gäbe, würde es in der Ruine wohl genug Artefakte geben, die man an ein Museum oder an reiche Sammler von Antiquitäten verkaufen könnte. Dazu die Hoffnung auf den Ruhm in der Presse, wenn man ein paar ausgewählte historische Funde medienwirksam spendete. Das wäre kein Verlust für sie, die Nachfrage nach dem, was sie sonst noch fanden und vor der Öffentlichkeit geheim hielten, würde damit nur noch steigen und die Preise würden entsprechend nach oben klettern. Mit dieser Hoffnung waren sie hergekommen und je näher sie dem alten Gebäude kamen, desto mehr wuchs ihre Erwartung. Doch der Weg, der von der Strecke her in nur zwei Stunden zu bewältigen gewesen wäre, hatte durch die schlechte Beschaffenheit des Weges und all das Geröll fast fünf Stunden gedauert. Das hatte die Stimmung aller drei Abenteurer natürlich nach unten gezogen. Wir hätten doch den Wagen nehmen sollen, beschwerte sich Marc. Marc Fleming hatte sich erst vor einigen Wochen der Gruppe angeschlossen. Doch seitdem hatte er mehr erlebt als je zuvor in seinem Leben. Tony Walters und Stephen Turner bereisten abgelegene Gebiete und suchten nach gewissen Dingen, die nur sie besorgen konnten und für die sie einen sehr exklusiven Käuferkreis hatten. Archäologen und Behörden bezeichneten sie als Grabräuber und Plünderer, doch sie selbst nannten sich lieber Schatzsucher. Das hatte für Marc einen sehr romantischen Klang und das Geld stimmte auch. Also war er mit ihnen gemeinsam losgezogen, als sich ihm die Chance geboten hatte. Doch in diesem speziellen Augenblick war seine Laune auf einem Tiefpunkt. Dieses Rumgestolper hält ja kein Mensch aus. Wenn das so weiter geht, breche ich mir hier noch die Knochen. Du bist ein wahres Genie. Auf welcher Straße hätten wir denn fahren sollen? Oder willst du es vielleicht tragen? Vielleicht noch eine eigene Limousine mit einem Chauffeur., antwortete Stephen, Und wo bitte willst du parken? Denkst du, wir können durch das alte Tor fahren wie die Ritter auf weißen Pferden und dort ganz bequem über den Schlosshof spazieren, bis uns die Schätze von hilfreichen Dienern gereicht werden? Wir müssen schon etwas tun für unser Geld. Also mach hier nicht so ein Theater. Wenn es dort wirklich so viel zu holen gibt, wie es in den alten Schriften heißt, kannst du dich danach zur Ruhe setzen und es dir so bequem machen, wie du willst. Wenn du die Hitze nicht verträgst, geh nicht in die Küche, stimmte Tony zu, Du hast doch gelernt, dir die Hände schmutzig zu machen. Und du bist bisher immer gut dafür bezahlt worden. Ihr habt schon Recht, gab Marc kleinlaut zu, aber wir sind schon seit Stunden unterwegs, ich habe Hunger, bin müde und ... Er unterbrach sich, als er die Mauern sah, die sich vor dem Nachthimmel abzeichneten. Sie waren endlich da. Sie fühlten sich alle erleichtert. Die beiden anderen hätten es nicht zugegeben, doch auch sie fanden den Weg beschwerlich und waren erschöpft. Der Gedanke an das, was sie erwartete, brachte ihre Kräfte jedoch sofort wieder zurück. Müdi…
Leseprobe
Die Seele, die die Ewigkeit erstrebt, muss sich dem Spiel des Todes unterwerfen Im Andenken an Amando de Ossorio Rodriguez (16.04. 1918 13.01. 2001) und Lucio Fulci (17.06. 1927 13.03. 1996) Die Nacht war absolut still. Nur ein paar vereinzelte Nachtvögel waren aus der Ferne zu hören. Woher es kam, ließ sich nicht wirklich ausmachen. Hier, in den Bergen, wurde jedes Geräusch von den Tälern weiter getragen. Und das Zirpen von Grillen. Vielleicht noch ein Windhauch. So heiß es tagsüber auch gewesen sein mochte, die Nächte in den Bergen waren verdammt kalt. Der Vollmond schien auf die Ruinen des alten Schlosses. Die Jahrhunderte, seit die Menschen es verlassen hatten, hatten das Gemäuer viel von seiner Pracht gekostet. Wind und Wetter hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Wehrmauern waren eingestürzt, die noch bestehenden Mauerreste waren nicht einmal mehr einen Meter hoch. Nur der Torbogen war noch intakt. Die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern hatten die Wände der Gebäude teilweise zum Einsturz gebracht. Die umstehenden Felsen waren trist und kahl. Doch wie durch einen kosmischen Zufall waren unzählige Ranken um das Schloss herum gewachsen und hielten es fest im Griff. Sie wuchsen an den Mauern und gruben ihre Wurzeln tief in den Mörtel. Der Bewuchs hatte der Wehrhaftigkeit mehr Schäden zugefügt, als es ganze Armeen vor so vielen Jahrhunderten vermocht hatten. Gleichzeitig machten die Pflanzen ein Eindringen so gut wie unmöglich. Vertrocknete Äste, Zweige und Gestrüpp hatten eine neue Mauer anstelle der alten Steinmauern gebaut. Gerade die toten Pflanzen an den äußeren Befestigungsanlagen wirkten besonders bedrohlich. Als ob sie jedem Vorbeikommenden sagen wollten, dass er schnell das Weite suchen solle, weil hier kein Leben verweilen könne. Das nächste Dorf war zwei Stunden Fußweg entfernt. Früher hatte es direkt unterhalb des Schlosses ein kleines Dörfchen gegeben. Doch als das Schloss schließlich aufgegeben wurde, zogen auch die Menschen fort, die dort lebten. Historiker vertraten die Ansicht, dass ohne den Schutz der Wehranlagen die Menschen den Angriffen eindringender Feinde hilflos ausgeliefert gewesen wären und deshalb in die Nähe eines anderen befestigten Schlosses oder einer Burg gezogen waren. Doch die Legende sagte etwas anderes. Hinter vorgehaltener Hand wurde von Spukerscheinungen und lebenden Toten gesprochen. Die Ritter eines von der Kirche verbannten Ordens sollten sich hier selbst lebendig verbrannt haben, um nach ihrem Tod als ewige Hüter über das Schloss zu wachen. Die drei Männer, die sich im Schutz der Dunkelheit über das Felsgeröll kämpften, hielten nicht viel von diesen Geschichten. Für sie zählten nur handfeste Dinge. Dinge, die man zu Geld machen konnte. Und genau die versprachen sie sich hier. Gerade die alten Legenden und die Unwegsamkeit des Geländes nährten ihre Hoffnungen, hier fündig zu werden. Touristen, die sonst gern auf solche Überlieferungen ansprangen, hatten diese Region noch nicht für sich entdeckt. In dieser tristen Einöde gab es nicht viel Anheimelndes, das sie angezogen hätte. Und die Menschen hier schienen auch kein Interesse an Besucherströmen zu haben. Selbst die drei Abenteurer hatten nur mit viel Mühe ein Quartier finden können. Das Dorf schien aus der gleichen Zeit zu stammen wie das Schloss selbst und die Zeit war hier scheinbar stehen geblieben. Es gab kein Internet, kein Telefon und auch keinen Fernsehempfang. Noch nicht einmal elektrischen Strom. Als ob sie wirklich wieder ins Mittelalter zurückgekehrt wären. Auch ihre eigenen Mobiltelefone hatten keinen Empfang. Es war den Dreien unverständlich, wieso hier überhaupt noch Menschen leben wollten. Die Einwohner waren auch nicht gerade freundlich. Nur mit viel Überredung und noch mehr Geld war ihnen schließlich ein Zimmer im Gasthof angeboten worden. Wohlgemerkt ein einziges Zimmer für alle drei zusammen. Und das, obwohl es noch weitere freie Zimmer gegeben hatte. Aber das war ihnen letzten Endes auch egal gewesen. Es ging ihnen nicht um Komfort und sie wollten auch keinen Urlaub machen. Auch wenn sie nicht an die alten Geschichten glaubten, etwas hatte ihre Neugier oder vielmehr ihre Gier doch geweckt. Die Rede war von einem riesigen Schatz. Angeblich sollte der Orden, der sich von den Templern abgespaltet hatte, über gewaltige Schätze verfügt haben. Schätze, die während der Kreuzzüge im Orient geraubt und später an die Templer übergegangen waren. Und niemand sollte es seither gewagt haben, diese zu suchen und an sich zu bringen. Selbst wenn an diesen Geschichten nichts dran sein sollte und es gar kein Gold gäbe, würde es in der Ruine wohl genug Artefakte geben, die man an ein Museum oder an reiche Sammler von Antiquitäten verkaufen könnte. Dazu die Hoffnung auf den Ruhm in der Presse, wenn man ein paar ausgewählte historische Funde medienwirksam spendete. Das wäre kein Verlust für sie, die Nachfrage nach dem, was sie sonst noch fanden und vor der Öffentlichkeit geheim hielten, würde damit nur noch steigen und die Preise würden entsprechend nach oben klettern. Mit dieser Hoffnung waren sie hergekommen und je näher sie dem alten Gebäude kamen, desto mehr wuchs ihre Erwartung. Doch der Weg, der von der Strecke her in nur zwei Stunden zu bewältigen gewesen wäre, hatte durch die schlechte Beschaffenheit des Weges und all das Geröll fast fünf Stunden gedauert. Das hatte die Stimmung aller drei Abenteurer natürlich nach unten gezogen. Wir hätten doch den Wagen nehmen sollen, beschwerte sich Marc. Marc Fleming hatte sich erst vor einigen Wochen der Gruppe angeschlossen. Doch seitdem hatte er mehr erlebt als je zuvor in seinem Leben. Tony Walters und Stephen Turner bereisten abgelegene Gebiete und suchten nach gewissen Dingen, die nur sie besorgen konnten und für die sie einen sehr exklusiven Käuferkreis hatten. Archäologen und Behörden bezeichneten sie als Grabräuber und Plünderer, doch sie selbst nannten sich lieber Schatzsucher. Das hatte für Marc einen sehr romantischen Klang und das Geld stimmte auch. Also war er mit ihnen gemeinsam losgezogen, als sich ihm die Chance geboten hatte. Doch in diesem speziellen Augenblick war seine Laune auf einem Tiefpunkt. Dieses Rumgestolper hält ja kein Mensch aus. Wenn das so weiter geht, breche ich mir hier noch die Knochen. Du bist ein wahres Genie. Auf welcher Straße hätten wir denn fahren sollen? Oder willst du es vielleicht tragen? Vielleicht noch eine eigene Limousine mit einem Chauffeur., antwortete Stephen, Und wo bitte willst du parken? Denkst du, wir können durch das alte Tor fahren wie die Ritter auf weißen Pferden und dort ganz bequem über den Schlosshof spazieren, bis uns die Schätze von hilfreichen Dienern gereicht werden? Wir müssen schon etwas tun für unser Geld. Also mach hier nicht so ein Theater. Wenn es dort wirklich so viel zu holen gibt, wie es in den alten Schriften heißt, kannst du dich danach zur Ruhe setzen und es dir so bequem machen, wie du willst. Wenn du die Hitze nicht verträgst, geh nicht in die Küche, stimmte Tony zu, Du hast doch gelernt, dir die Hände schmutzig zu machen. Und du bist bisher immer gut dafür bezahlt worden. Ihr habt schon Recht, gab Marc kleinlaut zu, aber wir sind schon seit Stunden unterwegs, ich habe Hunger, bin müde und ... Er unterbrach sich, als er die Mauern sah, die sich vor dem Nachthimmel abzeichneten. Sie waren endlich da. Sie fühlten sich alle erleichtert. Die beiden anderen hätten es nicht zugegeben, doch auch sie fanden den Weg beschwerlich und waren erschöpft. Der Gedanke an das, was sie erwartete, brachte ihre Kräfte jedoch sofort wieder zurück. Müdi…
Titel
Das Reich der brennenden Skelette
Untertitel
Düstere Welten 24
Autor
EAN
9783961274628
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Veröffentlichung
25.05.2024
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.15 MB
Auflage
1. Auflage
Lesemotiv
Unerwartete Verzögerung
Ups, ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.