Sprache ist niemals nur ein Werkzeug der Verständigung - sie formt unsere Wirklichkeit, definiert Normalität und Abweichung, schafft Machtstrukturen und kann Menschen ausgrenzen oder einschließen. Nadja Wiersch legt mit diesem bemerkenswerten Buch sechs literarisch verdichtete Geschichten vor, die auf eindringliche Weise zeigen, wie Sprache als Instrument der Macht funktioniert und welche weitreichenden Konsequenzen dies für unser Zusammenleben hat. In der psychiatrischen Klinik, im Gerichtssaal, in der politischen Arena, in zwischenmenschlichen Beziehungen - überall dort, wo Menschen miteinander sprechen, offenbart sich ein komplexes Geflecht aus Deutungshoheit, Kategorisierung und der Frage, wer die Definitionsmacht besitzt. Die Autorin führt uns durch verschiedene Lebenswelten und lässt uns Protagonist*innen begegnen, die auf unterschiedliche Weise mit der Wirkmacht von Sprache konfrontiert werden: Eine Psychiaterin, die plötzlich die Gewalt ihrer diagnostischen Begriffe hinterfragt. Ein Anwalt, der erkennt, wie juristische Sprache Schicksale besiegelt. Menschen, die um sprachliche Anerkennung ihrer Identität ringen. Was dieses Buch so besonders macht, ist die gelungene Verbindung von philosophischer Tiefe und erzählerischer Kraft. Wiersch gelingt es, komplexe sprachwissenschaftliche und gesellschaftspolitische Zusammenhänge in berührende, authentische Geschichten zu übersetzen, ohne dabei jemals belehrend zu wirken. Ihre Figuren sind vielschichtig gezeichnet, ihre Dialoge von bestechender Präzision. Jede Geschichte wirft grundlegende Fragen auf: Wer darf sprechen? Wessen Worte zählen? Wie konstruieren wir durch Sprache Wirklichkeiten, die andere ein- oder ausschließen? Ein Buch, das nachdenklich macht und zum kritischen Hinterfragen der eigenen Sprachgewohnheiten einlädt - hochaktuell, literarisch anspruchsvoll und von bleibender Relevanz.



Autorentext

Nadja Wiersch ist eine Schriftstellerin und Essayistin mit einem Faible für die verborgenen Mechanismen der Kommunikation. Ihre Arbeiten erkunden die Schnittstellen zwischen Sprache, Macht und gesellschaftlicher Wirklichkeitskonstruktion. Wiersch hat sich intensiv mit narrativen Strukturen und deren psychologischen sowie politischen Implikationen auseinandergesetzt. Ihre Texte zeichnen sich durch eine präzise Beobachtungsgabe und eine analytische Tiefe aus, die literarische Erzählung mit kulturkritischer Reflexion verbindet. Sie lebt zurückgezogen und widmet sich dem Schreiben von Geschichten, die hinter den Oberflächen unserer alltäglichen Kommunikation graben.

Titel
Das Wort als Waffe
Untertitel
Sechs Geschichten ber Sprache, Macht und die Konstruktion von Wirklichkeit
EAN
9783565344666
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Veröffentlichung
21.03.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.81 MB
Anzahl Seiten
140