"Die Geschichte des Teufels" verfolgt mit nüchterner Religionswissenschaft die Metamorphosen des Bösen: von mesopotamischen Dämonen und zoroastrischem Dualismus über die hebräische Satanfigur zu patristischer und scholastischer Theologie, zur Volksfrömmigkeit, Kunst und aufgeklärter Skepsis. Carus kombiniert quellennahes Lesen mit ikonographischem Blick und komparatistischer Methode und zeigt den Teufel als historisch wandelbare Projektionsfigur sozialer Ängste, deren Autorität mit dem Vorrücken kritischer Vernunft erodiert. Paul Carus (1852-1919), deutsch-amerikanischer Philosoph, Monist und langjähriger Herausgeber von The Open Court, suchte die Versöhnung von Wissenschaft und Religion. Geprägt von Kant, Darwin und seiner intensiven Auseinandersetzung mit buddhistischem Denken (u. a. The Gospel of Buddha), versteht er "den Teufel" als kulturelle Idee. Sein transkulturelles Netzwerk und sein pädagogischer Impuls zur Entmythologisierung motivieren die historisch-systematische Anlage des Buches. Dieses Werk empfiehlt sich all jenen, die Religionsgeschichte, Theologie, Kultur- und Kunstgeschichte aus einer aufgeklärt-komparativen Perspektive lesen wollen. Es bietet präzise Begriffsarbeit, reiches Material und eine Argumentation, die auch heutige Debatten über Dämonisierung, Moralpaniken und die Genealogie des Bösen erhellt. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.