Eine Kapitänin sticht mit einer Crew aus Hippies, Punks und Weltverbesserern in See, da tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken, die Zuflucht in Europa suchen. Die Crew kann nicht akzeptieren, dass die EU-Staaten die Seenotrettung eingestellt haben und die Menschen wissentlich sterben lassen. Sie orientiert sich uneingeschränkt an der Einhaltung der universellen Menschenrechte. Als ihre Rettungseinsätze sabotiert und kriminalisiert werden, nimmt das abgekartete politische Spiel neue Dimensionen an. Die Sicht der Kapitänin entlarvt, wie die europäische Politik ihre selbst propagierten Werte verrät. Sie kämpft rigoros gegen die Verbrechen des herrschenden Systems und hadert mit Fluch und Segen ihrer eigenen Freiheit. Nur der eigene Aufstand bietet Hoffnung, den eigenen Überzeugungen gerecht zu werden und einen Platz in der Welt zu finden. Der Roman zeigt schonungslos, wie die Zweifel an einer Gesellschaft steigen, die millionenfaches Leid mental und politisch auf größtmöglicher Distanz zu halten versucht. Eine brachiale Feier von zivilem Ungehorsam, Alkohol, Freundschaften, Romanzen und eine brennende Liebeserklärung an den Kampf für eine gerechte Welt.
Autorentext
Pia Klemp (*1983), Aktivistin, studierte Biologie und arbeitete mehrere Jahre als Tauchlehrerin in Indonesien. Neben verschiedenen anderen Projekten ist die Kapitänin seit 2012 für Tier- und Menschenrechte an Bord der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und bei zivilen Rettungsmissionen im Mittelmeer unterwegs. 2017 wurde eines ihrer Schiffe die Iuventa beschlagnahmt. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Klemp und weitere Crewmitglieder wegen »Beihilfe zur illegalen Einwanderung«. 2019 wurde sie mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet.
Leseprobe
Es herrscht eine unheimliche Ruhe auf dem Schiff. Ich trete zwischen den Inhalten ausgekippter Schubladen und aus den Regalen gerissenen Büchern und Papieren umher. Es ist schaurig leise, auch in mir. Das Phantasma der EU erdrückt uns. Das haben sie sich fein ausgedacht. Ein Schlag gegen ziviles Engagement, gegen Menschenrechte und für tödlichen Protektionismus dessen, was sie sich auch in Zukunft weiter zusammenstehlen werden. Die Glut meiner Zigarette leuchtet rot auf und ich inhaliere den Rauch, als könnte er meine Hoffnung sein. Scheiße. Wir sind hier in etwas unbestreitbar Großem. Von allen Seiten zieht es an mir, drängt mich, meine Rolle darin zu füllen. Das interessiert hier keinen, wie klein man in Wahrheit ist, noch nicht mal mich selbst. Mit jedem Bullen, den sie uns heute auf das Schiff geschickt haben, mit all der Gängelei, mit jeder Verhöhnung von Gerechtigkeit, bestärken sie uns in dem, was wir tun. Als ginge es darum, diese oder jene 100 Menschen zu retten. Wir wollen viel mehr, wir wollen alles bedingungslose Freiheit und absolute Verantwortung. Ihre Razzia schnitzt und feilt an unseren Ambitionen, gräbt sie aus unseren Ängsten und popelt sie aus der Patina der Gesellschaftslügen. Das, was jetzt noch leise in mir ist, das ist die ruhige Gewissheit, dass wir den richtigen Kampf kämpfen und dass wir siegen werden.
Autorentext
Pia Klemp (*1983), Aktivistin, studierte Biologie und arbeitete mehrere Jahre als Tauchlehrerin in Indonesien. Neben verschiedenen anderen Projekten ist die Kapitänin seit 2012 für Tier- und Menschenrechte an Bord der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und bei zivilen Rettungsmissionen im Mittelmeer unterwegs. 2017 wurde eines ihrer Schiffe die Iuventa beschlagnahmt. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Klemp und weitere Crewmitglieder wegen »Beihilfe zur illegalen Einwanderung«. 2019 wurde sie mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet.
Leseprobe
Es herrscht eine unheimliche Ruhe auf dem Schiff. Ich trete zwischen den Inhalten ausgekippter Schubladen und aus den Regalen gerissenen Büchern und Papieren umher. Es ist schaurig leise, auch in mir. Das Phantasma der EU erdrückt uns. Das haben sie sich fein ausgedacht. Ein Schlag gegen ziviles Engagement, gegen Menschenrechte und für tödlichen Protektionismus dessen, was sie sich auch in Zukunft weiter zusammenstehlen werden. Die Glut meiner Zigarette leuchtet rot auf und ich inhaliere den Rauch, als könnte er meine Hoffnung sein. Scheiße. Wir sind hier in etwas unbestreitbar Großem. Von allen Seiten zieht es an mir, drängt mich, meine Rolle darin zu füllen. Das interessiert hier keinen, wie klein man in Wahrheit ist, noch nicht mal mich selbst. Mit jedem Bullen, den sie uns heute auf das Schiff geschickt haben, mit all der Gängelei, mit jeder Verhöhnung von Gerechtigkeit, bestärken sie uns in dem, was wir tun. Als ginge es darum, diese oder jene 100 Menschen zu retten. Wir wollen viel mehr, wir wollen alles bedingungslose Freiheit und absolute Verantwortung. Ihre Razzia schnitzt und feilt an unseren Ambitionen, gräbt sie aus unseren Ängsten und popelt sie aus der Patina der Gesellschaftslügen. Das, was jetzt noch leise in mir ist, das ist die ruhige Gewissheit, dass wir den richtigen Kampf kämpfen und dass wir siegen werden.
Titel
Lass uns mit den Toten tanzen
Untertitel
Roman
Autor
EAN
9783875128192
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Genre
Veröffentlichung
02.09.2019
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Dateigrösse
0.65 MB
Anzahl Seiten
224
Lesemotiv
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