In dem Buch "Das Geheimnis von Burg Strechau" von Ralf Hagedorn entfaltet sich eine düstere und atmosphärische Geschichte, die die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Schuld und Sühne sowie Realität und Übernatürlichem verwischt. Die Geschichte beginnt mit einem namenlosen Erzähler, der die Burg Strechau betritt. Von Anfang an ist die Atmosphäre von einer unheilvollen Schwere geprägt: Die Burg scheint den Besucher nicht nur zu beobachten, sondern ihn regelrecht zu "erkennen" und zu vereinnahmen. Was zunächst wie die Erkundung eines historischen Ortes wirkt, wandelt sich schnell in einen Albtraum. Der Protagonist stellt fest, dass er nicht zum ersten Mal dort ist; er ist "zurückgekehrt". Im Laufe der Handlung offenbaren die Mauern ihre blutige Geschichte. Durch Visionen und übernatürliche Phänomene wie aus dem Mauerwerk sickerndes Blut und Stimmen im Stein erkennt der Erzähler seine wahre Identität: Er war in einem früheren Leben ein "Chronist der Schuld", ein Verwalter der Grausamkeit und ein Henker, der auf dieser Burg über Leben und Tod entschied. Die Burg fungiert dabei als ein lebendiges Gedächtnis, das die Taten der Vergangenheit bewahrt und den Erzähler zwingt, seine Rolle als Wächter der Ordnung erneut einzunehmen, als neue Besucher die Burg betreten.
Autorentext
Mein Name ist Ralf Hagedorn. Ich bin ein Kind der Nordseeküste und in Bremerhaven geboren. Ich habe mich schon immer für deutsche und europäische Geschichte interessiert. Seit meiner Pensionierung beschäftige ich mich jetzt intensiver mit diesen Themen. Vor diesem Hintergrund entstehen auch die hier veröffentlichten Bücher und Bildbände.