Sonja Rüther, geboren 1975 in Hamburg, betreibt in Buchholz/Nordheide einen Kreativhof ('Ideenreich - der Kreativhof') und den Verlag 'Briefgestöber'. Bei dotbooks veröffentlichte Sonja Rüther bereits die Thriller 'Blinde Sekunden' und 'Tödlicher Fokus', die Horror-Story 'Eine Spur aus Frost und Blut' sowie die von ihr herausgegebene Anthologien 'Aus dunklen Federn' und 'Aus dunklen Federn 2', in denen neben ihr auch Autoren wie Markus Heitz, Kai Meyer, Boris Koch und Thomas Finn ihre schwärzesten Seiten zeigen. Die Website der Autorin und Herausgeberin: www.briefgestoeber.de Die Autorin und Herausgeberin im Internet: www.facebook.com/sonja.ruther.1
Eine schwarze Winternachtgeschichte: Das böse Märchen "Eine Spur aus Frost und Blut" von Sonja Rüther jetzt als eBook bei dotbooks.
Mit Gold belohnt, mit Pech gestraft ... Die Nacht ist bitterkalt, und doch fällt keine einzige Schneeflocke vom Himmel. Eine alte Frau betritt mit leisem Schritt die Welt der Menschen. Sie ist gekommen, um eine neue Dienerin zu finden - das ist ihr Recht seit Anbeginn der Zeit. Doch mit einem hat die Alte nicht gerechnet: dass sie erwartet wird. Von den einst unschuldigen Mädchen, die sie in ihr Reich holte und nach einem Winter der Sklaverei zur Unsterblichkeit verdammte. Sie alle flüstern den Namen ihrer Peinigerin wie einen Fluch: Frau Holle. Und sie werden nicht ruhen, bevor sie Rache genommen haben ...
Eiskalt, böse, faszinierend: Sonja Rüther erzählt, was die Gebrüder Grimm nicht aufzuschreiben wagten.
Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Eine Spur aus Frost und Blut" von Sonja Rüther bietet abgründige Spannung. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
Autorentext
Sonja Rüther, geboren 1975 in Hamburg, betreibt in Buchholz/Nordheide einen Kreativhof (»Ideenreich - der Kreativhof«) und den Verlag »Briefgestöber«.
Bei dotbooks veröffentlichte Sonja Rüther die Thriller »Blinde Sekunden« und »Tödlicher Fokus«, die Horror-Story »Eine Spur aus Frost und Blut« sowie die von ihr herausgegebenen Anthologien »Aus dunklen Federn« und »Aus dunklen Federn 2«, in denen neben ihr auch Autoren wie Markus Heitz, Kai Meyer, Boris Koch und Thomas Finn ihre schwärzesten Seiten zeigen.
Die Website der Autorin: briefgestoeber.de
Die Autorin im Internet: facebook.com/sonja.ruther.1
Leseprobe
Kapitel 1
In den Fenstern der Stadt brannten festliche Lichter. Die Bewohner warteten in ihren geschmückten Häusern auf den Heiligen Abend und kuschelten sich in die heimelige Geborgenheit ihrer Familien. Nur noch eine Woche, dann würden sie Kerzen an den Bäumen entzünden, Weihnachtslieder singen, Gedichte aufsagen und Geschenke auspacken.
»Gefüllte Mülltonnen, fette Bäuche und besoffene Eltern, die ihrer Brut Zucker in den Arsch blasen, statt ihr Liebe zu geben«, sagte die Alte, die allein zwischen den Häusern in der Dunkelheit stand und durch die Fensterscheiben spähte.
Mit ihrem Erscheinen hatten sich minus fünfzehn Grad über die Stadt gelegt - ein eisiger Hauch, dem ein Seufzer folgte. Aber niemand konnten ihn hören, weil niemand ein Fenster öffnete, um in die stille Winternacht zu horchen. Wer nicht schnell genug zu Hause war, legte Mütze und Schal fest um den Kopf und rannte durch die Kälte.
Die Alte tat das nicht. Sie ging mit sehr langsamen, bedächtigen Schritten über den vereisten Gehweg, eine Spur aus Kälte und Frost folgte ihr auf dem Fuße. Ihr langer, dunkelgrüner Filzrock baumelte um die stämmigen Beine und wärmte sie. Ihr Mantel war aus demselben Stoff, und eine schwarze Wollstola lag um ihre Schultern. Die grauen Haare trug sie zum Dutt gebunden, als würde sie verirrte Vögel einladen wollen, darin Zuflucht zu suchen, bevor sie in der Nacht erfroren.
Die Alte richtete die kleine runde Brille auf der knubbeligen Nase und senkte den Blick auf den Gehweg, der im schummrigen Licht der Straßenlaterne nur schwer zu erkennen war. Sie wusste weder wo sie sich befand, noch wie sie dort hinkäme, wo sie hinmusste. Von weit oben sah die Stadt ganz anders aus, als wenn man mitten in ihr stand. Über die Jahrhunderte hatte sie vergessen, wie hart sich der Boden unter den Füßen anfühlte, und Müdigkeit drückte ihr aufs Gemüt und wollte sie zum Anhalten zwingen. Aber sie würde nicht ruhen, bevor sie ihr Ziel erreicht hatte.
Mit rissigen Lippen pfiff sie eine leise Melodie. Ihr Atem verteilte sich wie feiner Rauch in der eisigen Luft. Die unbestimmte Tonfolge hatte nichts mit Weihnachtsliedern gemein. Derartige Feiertage interessierten sie nicht. Als Jesus geboren wurde, hatte sie schuften müssen, und so war es auch all die Jahrhunderte davor und danach gewesen.
Wenn die Menschen in ihren Häusern saßen und Weihnachten feierten, hatte sie immer die meiste Arbeit. Aber sie war schon lange zu alt, um das alles allein zu bewältigen. Gicht hatte ihre Finger versteift, das Greifen war zur Qual geworden, besonders das Wuchten der schweren Stoffe wollte ihr nicht mehr gelingen. Was nützte die Unsterblichkeit, wenn der Körper gebrechlich wurde? Sie sah sich schon eines Tages in einem Sessel in ihrem Haus sitzen, zu wenig mehr fähig, als zu atmen.
Also hatte sie ein Portal erschaffen, durch das Gehilfen zu ihr kommen konnten. Starke Männer, die ihr zur Hand gehen sollten, aber jeder einzelne hatte noch beim Durchschreiten der magischen Barriere den Verstand verloren. Dann versuchte sie es mit Frauen - der Effekt war derselbe. Zu guter Letzt holte sie sich ein junges Mädchen, auch wenn sie sich nach all den Versuchen wenig Hoffnung machte. Doch das Mädchen verlor nicht den Verstand. Es war neugierig und aufgeschlossen und hüpfte durch ihr Reich, als wäre es auf einem Ausflug in einen Zoo oder einen Park. Da es ihren richtigen Namen nicht aussprechen konnte, nannte es die Alte »Frau Holle«, was vage ähnlich klang. Dennoch fand die Alte Gefallen an diesem Namen und der Vorstellung, fortan nicht mehr allein zu sein. Sie wollte sich erst wieder Gedanken über die Menschen machen, wenn Marie im hohen Alter gestorben wäre. Aber die Freude an ihrer kleinen Gehilfin währte nicht lange. Ein Winter verging, sie ließen es ordentlich schneien, aber dann welkte Maries kleine Seele. Obwohl alles bestens lief, wurde das Mädchen immer trauriger. Sie wollte nach Hause, aber Frau Holle konnt