"Die Macht der Norm - Wie ein Blatt Papier die Welt ordnete" widmet sich einem der trockensten und zugleich revolutionärsten Themen der deutschen Geschichte: der DIN-Norm. Speziell das Format DIN A4, das heute fast den gesamten Globus (außer Nordamerika) dominiert, ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis preußischer Effizienzlogik in Zeiten der Not. Der Technikhistoriker Walter Blatt beschreibt, wie der Ingenieur Walter Porstmann während des Ersten Weltkriegs erkannte, dass das deutsche Kaiserreich Ressourcen verschwendete, weil jedes Amt und jede Firma andere Papierformate nutzte. Nichts passte zusammen, Aktenordner mussten maßgefertigt werden. Porstmann entwickelte daraufhin das Verhältnis 1 zu Wurzel 2 - die einzige geometrische Form, die beim Halbieren ihre Proportionen behält. "Die Macht der Norm" zeigt, wie aus dieser mathematischen Spielerei das "Deutsche Institut für Normung" (DIN) entstand. Es ist eine Geschichte über den deutschen Drang zur Vereinheitlichung, der von Schraubengewinden bis zu Papierseiten eine universelle Sprache der Technik schuf, ohne die die moderne Globalisierung undenkbar wäre.
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