Was tun? (1902) antwortet auf die Krise des russischen Marxismus: Gegen Ökonomismus und bloße Spontaneität fordert Lenin eine zentral geführte Partei aus Berufsrevolutionären. In polemisch-präziser, systematisch gegliederter Prosa entwirft er Agitation, Propaganda und Organisation; die Zeitung fungiert als "kollektiver Organisator". Unter zaristischer Illegalität begründet er konspirative Disziplin, gestützt auf Iskra-Erfahrungen und Debatten mit Rabotscheje Djelo und Kautsky. Lenin, Jurist aus Simbirsk und durch die Hinrichtung seines Bruders früh radikalisiert, verband Exilerfahrung in München, London und Genf mit Untergrundpraxis. Als Iskra-Mitredakteur und Kenner der deutschen Sozialdemokratie rezipierte er Kautskys Bewusstseinsthese und russische Traditionen (Tschernyschewski), um sie für das Spätzarenreich zu schärfen. Die Schrift will verstreute Zirkel bündeln und vor 1905 strategische Klarheit erzwingen. Für Forschende in politischer Theorie, Bewegungssoziologie und russischer Geschichte bietet Was tun? eine prägnante, kontroverse Diagnose zu Klassenbewusstsein, Führung und Organisationsmedien. Wer "Avantgarde" und "demokratischen Zentralismus" verstehen will, findet hier die maßgebliche Quelle - jedoch nur im historischen Kontext angemessen zu lesen. Ein Schlüsseltext, der analytische Strenge mit kämpferischer Rhetorik verbindet und Debatten der Moderne bis heute prägt. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.