Revolutionen gehören zu den großen Paradoxien der Menschheit. Sie entstehen aus Unzufriedenheit und Hoffnung, aus dem Drang nach Freiheit und dem Wunsch nach Ordnung, aus dem Schmerz der Vergangenheit und dem Traum von einer gerechteren Zukunft. Und doch hinterlassen sie, so oft sie sich auch "Befreiung" auf ihre Fahnen schreiben, Trümmerfelder: zerstörte Leben und Traditionen, entgleiste Gesellschaften. Vielleicht ist es dieses Nebeneinander von edlen Idealen und grausamen Folgen, das G.I. Gurdjieffs alten Außerirdischen Beelzebub stets in Erstaunen versetzt hat. Denn wie kann ein Wesen, das Vernunft beansprucht, zugleich so blind gegenüber den Kräften sein, die es entfesselt? Dieses Buch versucht, die Revolution nicht als heroische Erzählung zu verstehen und auch nicht als bloßes politisches Ereignis, sondern als menschliches Phänomen, das tief im inneren Gefüge unserer Spezies verankert ist. Revolutionen sind keine historischen Ausnahmen, sondern wiederkehrende Muster menschlicher Existenz. Sie folgen eigenen Gesetzen, eigenen Rhythmen und oft einer eigenen Moral. Wer sie nur als Aufstände gegen ungerechte Herrscher betrachtet, sieht nur die Oberfläche. Unter ihr wirken soziale Spannungen, psychologische Verletzungen, ökonomische Verschiebungen, religiöse Sehnsüchte, technologische Umbrüche und archaische Mythen, die weit tiefer wurzeln als jede konkrete Revolution.

Titel
Die Revolution und ihre Kinder
Untertitel
Die frhliche Wissenschaft Bd. 17
EAN
9783689830762
Format
E-Book (epub)
Veröffentlichung
27.02.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
1.45 MB
Anzahl Seiten
279