Der implantierende Embryo und die Zellen eines Malignoms stehen vor denselben Herausforderungen: zu einen müssen sie einen Angriff des Immunsystems effektiv abwehren und zum anderen benötigen sie möglichst viele externe Wachstumsimpulse. Diese erhalten sie u.a. von Immunzellen, die sie dafür aber erst instrumentalisieren, also umdrehen müssen. Die embryonale Implantation ist elementar, ebenso die zugrundeliegenden Mechanismen der immunologischen Kommunikation und Interaktion. Während das alles bei der embryonalen Implantation - üblicherweise - geordnet abläuft, sind die Zellen eines Malignoms in chaotischer Weise entdifferenziert und bedienen sich dieser Mechanismen demzufolge wenig vorhersehbar. Insofern lassen sich aus dem Grundverständnis der embryonalen Implantation umfassende und personalisierte Diagnose- und Therapiekonzepte ableiten, v.a. für die Onkologie.
Das "Modell Schwangerschaft" in der Krebsforschung Expertenwissen zur Ontogenese und Onkogenese Schnell, verständlich und unkompliziert informieren
Autorentext
Prof. Dr. med. Wolfgang Würfel, 1981-1987 Frauenklinik Dr. Krüsmann, zuletzt ltd. Oberarzt, 1987-1992 Universitätsfrauenklinik Würzburg, Oberarzt mit den Schwerpunkten Reproduktionsmedizin und Onkologie, ab 1992 in der Leitung des KCM (Kinderwunsch Centrum München).
Inhalt
Einleitende Gedanken.- Das HLA-System.- Einige weitere Faktoren der embryonalen Implantation und ihre Verbindung zur Carcinogenese.- Krebs und Schwangerschaft.- 2 Thesen zur Tumortherapie, eine Anmerkung und Zusammenfassung.